08 May 2026, 06:29

Großrazzia enthüllt massive Rechtsbrüche in der deutschen Paketbranche

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldboten" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, wobei der eine die Route der US-Geldboten und der andere die Standorte der Geldboten zeigt, mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Rand.

Großrazzia enthüllt massive Rechtsbrüche in der deutschen Paketbranche

Bundesweite Razzia in der deutschen Kurierbranche deckt massenhafte Rechtsverstöße auf

Bei einer großangelegten Kontrollaktion in der deutschen Paketzustellbranche sind flächendeckende Gesetzesverstöße ans Licht gekommen. Über 2.900 Zollbeamte führten Inspektionen durch und stießen auf unbezahlte Löhne, Steuerhinterziehung sowie illegale Beschäftigungspraktiken. Große Unternehmen wie Amazon, Hermes, GLS und DPD setzen stark auf Subunternehmer – und genau dort häufen sich die Verstöße.

Im Fokus der Überprüfungen standen Paketdienste im gesamten Bundesgebiet. Die Beamten stellten fest, dass die Arbeitszeiten der Fahrer – einschließlich Überstunden und Ladezeiten – oft nicht vergütet wurden, sodass das Einkommen teilweise unter dem Mindestlohn lag. Manche Beschäftigte, die über ein komplexes Geflecht von Subunternehmern angestellt waren, wussten nicht einmal, für welches Unternehmen sie eigentlich fuhren.

In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis angetroffen. Zudem deckten die Ermittler Systeme auf, bei denen Subunternehmer Sozialabgaben umgingen und Steuerbetrug begingen. Die Deutsche Post DHL, anders als viele Konkurrenten, arbeitet deutlich seltener mit Subunternehmern zusammen – weniger als zwei Prozent der Lieferungen werden auf diesem Weg abgewickelt.

Die Gewerkschaft Verdi forderte als Reaktion ein vollständiges Verbot von Subunternehmertum in der Paketbranche. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte schärfere Maßnahmen gegen illegale Beschäftigung und die Ausbeutung von Arbeitnehmern in der Branche an.

Die Ergebnisse der Kontrollen zeigen strukturelle Probleme auf, die mit dem Einsatz von Subunternehmern in der Kurierbranche einhergehen. Die Behörden signalisieren eine strengere Durchsetzung der Gesetze, während die Gewerkschaften nach grundlegenden Reformen drängen. Die Razzia folgt auf jahrelange Berichte über unterbezahlte Fahrer und unkontrollierte Arbeitsrechtsverstöße in dem Sektor.

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