09 February 2026, 05:12

Grundrente hilft nur wenigen – warum besonders Frauen oft leer ausgehen

Eine alte Zeitungsanzeige für das Pensionshaus in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf einem weißen Hintergrund.

Wie die Grundrente Betroffene afectiert - Grundrente hilft nur wenigen – warum besonders Frauen oft leer ausgehen

Grundrente: Über eine Million Rentner erhalten Zusatzleistungen – doch viele gehen leer aus

Seit ihrer Einführung hat die deutsche Grundrente mehr als einer Million Rentnern zusätzliche finanzielle Unterstützung geboten. Das Programm soll Menschen mit langen Beitragszeiten, aber niedrigen Rentenansprüchen helfen. Doch strenge Anrechnungsregeln sorgen dafür, dass nur ein Bruchteil der Berechtigten die Leistung tatsächlich erhält.

Die Grundrente wurde 2019 eingeführt, um die Renten von Menschen aufzustocken, die jahrzehntelang gearbeitet haben, aber dennoch nur bescheidene Bezüge erhalten. Anspruchsberechtigt sind Rentner mit mindestens 33 Jahren Pflichtbeiträgen und einem geringen Einkommen. Allerdings führt die Anrechnung anderer Einkünfte – bei der Zusatzleistungen gekürzt oder gestrichen werden – dazu, dass nur 6,21 Prozent der Berechtigten die Grundrente tatsächlich beziehen.

Frauen erfüllen die Kriterien häufiger als Männer: Fast jede fünfte Rentnerin kommt für die Leistung infrage – das sind 13 Prozentpunkte mehr als bei Männern. Dennoch erhalten nur 46,6 Prozent der berechtigten Frauen die Zahlung, während es bei den Männern 70,9 Prozent sind. Besonders Frauen in Ostdeutschland profitieren von der Grundrente, da viele aufgrund von unterbrochenen Erwerbsbiografien und Arbeitslosigkeit nach der Wiedervereinigung nur geringe Rentenansprüche haben.

2023 erhielten 1,27 Millionen Menschen die Grundrente, im Schnitt mit einem monatlichen Zuschuss von 97 Euro. Regional zeigen sich Unterschiede: Männer in Ostdeutschland erhielten durchschnittlich 67 Euro, im Westen waren es 95 Euro. Frauen schnitten etwas besser ab – sie bekamen in Ostdeutschland 86 Euro und im Westen 103 Euro.

Arbeitsministerin Barbara Bas (SPD) lobte die Grundrente als Anerkennung für das Lebenswerk hart arbeitender Menschen, insbesondere von Frauen. Kritiker halten die Zahlungen jedoch für zu niedrig. Frank Werneke, Vorsitzender der Gewerkschaft Verdi, bezeichnete die aktuelle Höhe angesichts steigender Lebenshaltungskosten als "viel zu gering".

Studien zeigen, dass die Grundrente nur begrenzt dazu beiträgt, Altersarmut zu verringern. Im Gegensatz zu weiter gefassten, einkommensabhängigen Leistungen erreicht sie nur eine kleine Gruppe von Geringverdienern mit langen Beitragszeiten. Die Armutsquote unter Rentnern bleibt hoch – besonders in Ostdeutschland, wo rund 20 Prozent in Armut leben, verglichen mit 15 Prozent im Westen.

Die Grundrente hat zwar über einer Million Rentnern zusätzliche Einnahmen verschafft, doch die strengen Anrechnungsregeln begrenzen ihre Wirkung. Frauen qualifizieren sich zwar häufiger als Männer, erhalten aber seltener die Leistung. Zwar bietet das Programm eine gewisse Entlastung, doch die Armut unter Rentnern ist – vor allem in Ostdeutschland – kaum zurückgegangen.