08 June 2026, 20:26

Günther will gemeinwohlorientierte Medien in sozialen Netzwerken bevorzugen

Günther möchte staatlich ausgewählte Medien sichtbarer machen

Günther will gemeinwohlorientierte Medien in sozialen Netzwerken bevorzugen

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther unterstützt Pläne, die Sichtbarkeit von gemeinwohlorientierten Inhalten in sozialen Netzwerken zu erhöhen. Der Vorschlag, der von Medienaufsichtsbehörden in Bayern und Nordrhein-Westfalen vorgelegt wurde, sieht gesetzlich vorgeschriebene Quoten vor, um bestimmte Medien in Feeds und Suchergebnissen bevorzugt zu behandeln. Behördenvertreter argumentieren, dass Plattformen derzeit polarisierende oder sensationsheischende Beiträge gegenüber verlässlichen Informationen priorisieren.

Unter dem Begriff gemeinwohlorientierte Inhalte fallen Medien, die als essenziell für die Meinungsvielfalt eingestuft werden. Nach den neuen Regeln würde die Reichweite nicht mehr allein vom Nutzerverhalten oder Algorithmen abhängen. Stattdessen soll eine staatlich definierte Kategorie beeinflussen, welche Inhalte auf den Plattformen prominent angezeigt werden.

Günthers Staatskanzlei setzt sich bereits seit Längerem für stärkere Gemeinwohlprinzipien in allen Medien – einschließlich digitaler Räume – ein. Die Behörden werfen sozialen Netzwerken vor, gezielt Desinformation und spaltende Inhalte zu verbreiten. Der aktuelle Vorschlag zielt dagegen darauf ab, ausgewählten, staatlich anerkannten Medien mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Eine öffentliche Anhörung zu den Plänen ist vorgesehen, doch eine endgültige Entscheidung wird vor Jahresende nicht erwartet. Der Entwurf schlägt zudem vor, das Modell auf einzelne Artikel oder Beiträge auszuweiten – nicht nur auf gesamte Medienhäuser.

Falls umgesetzt, würden die Regeln Plattformen zwingen, die Anzeige von Inhalten anzupassen. Gemeinwohlorientierte Medien erhielten mehr Präsenz, während algorithmusgesteuerte Rankings an Gewicht verlören. Die Folgen könnten das Nutzererlebnis bei der Informationssuche im Netz grundlegend verändern.

Quelle