Hamburger Kinder- und Jugendverband droht wegen Geldmangel die Schließung
Dörthe ScheuermannHamburger Kinder- und Jugendverband droht wegen Geldmangel die Schließung
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) in Hamburg steht vor der Schließung – Grund ist eine chronische Unterfinanzierung. Ohne gesicherte finanzielle Mittel könnte der Verband seine Zentrale schließen und seine Einrichtungen auf die Stadtbezirke übertragen. Von der Krise betroffen ist auch die OHA!-Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte, die seit 2021 besteht.
Die finanziellen Engpässe des VKJH machen es unmöglich, grundlegende Verwaltungskosten zu decken. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, benötigt der Verband jährlich zusätzliche 120.000 Euro, um eine Geschäftsführung und eine administrative Stelle zu finanzieren. Aktuell beschäftigt die Zentrale nur 2,5 Vollzeitkräfte für Fachberatung und Projektmanagement – ein Personalstand, der seit Langem als unzureichend gilt.
Auch die OHA!-Ombudsstelle, die jährlich rund 300 Beratungen durchführt, ist nun in Gefahr. Die Hamburger Bildungsbehörde plant, die Jugendombudsstelle mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen und die Trägerschaft neu zu vergeben. Der VKJH könnte sich zwar erneut um den Zuschlag bewerben, doch dies würde Ressourcen binden – ohne Garantie auf Erfolg.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat sich eingeschaltet und äußert schwere Bedenken gegen die geplanten Änderungen. Falls bis Ende Juni keine Lösung gefunden wird, prüft der VKJH die Übertragung seiner 17 Einrichtungen und 27 Projekte auf die Stadtbezirke.
Ohne stabile Finanzierung bleibt die Zukunft des VKJH ungewiss. Der Verlust der Ombudsstelle würde eine Lücke reißen: Jährlich profitieren Hunderte junger Menschen von diesem Angebot. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen des Verbandes wird bis Ende Juni erwartet.






