29 December 2025, 20:54

Hamburgs Reform der Erbschaftssteuer: Warum Superreiche bald mehr zahlen sollen

Ein Blatt Papier mit einer Schrift darauf.

Hamburg sammelt trotz weniger Fälle mehr Erbschaftsteuer - Hamburgs Reform der Erbschaftssteuer: Warum Superreiche bald mehr zahlen sollen

Hamburgs rot-grüne Koalitionsregierung treibt Reformen der Steuerbefreiungen für extremes Vermögen in Berlin voran. Der Vorstoß folgt wachsender Kritik an der Besteuerung großer Erbschaften und Schenkungen in Stuttgart. Beamte argumentieren, das aktuelle System begünstige die Superreichen ungerecht und vertiefe die soziale Ungleichheit.

Im Jahr 2024 nahm Hamburg rund 532 Millionen Euro durch Erbschafts- und Schenkungssteuern ein – ein Anstieg gegenüber den knapp 509 Millionen Euro des Vorjahres. Trotz rückläufiger Fallzahlen stiegen die Einnahmen, was die Konzentration von Vermögen in den Händen einer kleinen Gruppe unterstreicht. Allein im ersten Halbjahr 2025 kassierte die Stadt über 323 Millionen Euro aus etwa 19.500 Fällen.

Nach den geltenden Regeln werden Erbschaften zwischen 100.000 und 200.000 Euro mit einem durchschnittlichen Steuersatz von 13 Prozent belastet. Doch bei Vermögen über 20 Millionen Euro sinkt die Abgabe auf nur noch 8 Prozent. Kritiker wie David Stoop von der Linken geißeln diese Ungerechtigkeit. Er wirft Milliardären vor, durch großzügige Freibeträge mühelos riesige Vermögen zu erben. Der Reformvorschlag der Koalition orientiert sich an Empfehlungen des Sachverständigenrats der deutschen Wirtschaft. Die Grünen betonen, eine stärkere Besteuerung von Spitzenvermögen sei notwendig, um mehr Gerechtigkeit zu schaffen. Gleichzeitig prüft das Bundesverfassungsgericht, ob die aktuellen Begünstigungen für hohe Erbschaften gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoßen.

Die geplanten Änderungen sollen Schlupflöcher schließen, durch die Vermögende oft niedrigere Steuersätze zahlen als Erbende aus der Mittelschicht. Falls umgesetzt, könnten die Reformen Hamburgs Steuersystem grundlegend verändern und die Ungleichheit verringern. Die Entscheidung könnte zudem die bundesweite Debatte über eine Erbschaftssteuerreform beeinflussen.