Heizungsgesetz-Reform entfacht Streit: Klimaschützer warnen vor Rückschritt bei 30 Millionen Gebäuden
Naturschutzverband kritisiert geplante Heizungsrechtsreform - Heizungsgesetz-Reform entfacht Streit: Klimaschützer warnen vor Rückschritt bei 30 Millionen Gebäuden
Die Bundesregierung hat Pläne zur Reform des Heizungsgesetzes vorgelegt – und damit Kritik von Umweltschützern ausgelöst. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) bezeichnete zentrale Vorschläge als unwirksam und warnte, sie würden den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen in Haushalten nicht vorantreiben. Die Änderungen kommen zu einer Zeit, in der immer noch Millionen Gebäude in den nächsten Jahren mit neuen Energiestandards konfrontiert werden.
Die Ampelkoalition hat die Vorgaben für Hausbesitzer bei der Heizungserneuerung gelockert. Die bisherige Pflicht, dass neue Anlagen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, wurde gestrichen. Von der Neuregelung sind rund 30 Millionen Bestandsgebäude betroffen, die ab 2026 unter aktualisierte EU-Energieeffizienzrichtlinien fallen.
Im Rahmen der Reform wird eine "Grüngas-Quote" eingeführt. Damit sollen Öl- und Gasheizungen schrittweise höhere Anteile an Biomethan und synthetischen Kraftstoffen nutzen müssen. Die Regierung präsentiert dies als Beitrag zum Klimaschutz.
Nabu-Bundesgeschäftsführerin Steffi Ober nannte die Quote jedoch "eine weitere Luftnummer". Sie argumentierte, dass grünes Gas und Öl nach wie vor ineffizient seien und keine nennenswerte Reduktion fossiler Emissionen brächten. Ober verwies zudem darauf, dass der Gebäudesektor seine Klimaziele bereits mehrfach verfehlt habe.
Die Umweltschützer bestehen darauf, dass Wärmepumpen die kostengünstigste und klimafreundlichste Alternative darstellen. Auch Fernwärme wurde als empfehlenswerte Lösung für die Emissionsreduktion genannt.
Durch die gelockerten Regeln haben Hausbesitzer nun weniger Auflagen bei der Heizungsmodernisierung. Klimaschützer warnen jedoch, dass dies den Fortschritt bei den Klimazielen bremsen könnte. Angesichts der betroffenen 30 Millionen Immobilien dürfte die Debatte über nachhaltige Heizlösungen weiter an Fahrt aufnehmen.
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