02 May 2026, 00:38

Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel

Schwarze und wei├če Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Uberschrift 'Weitpreubliche Zeitung', die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung zeigt.

Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Wandel

Helene Bubrowski wird am 1. Januar 2027 die erste Frau, die als Mitverlegerin zur Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) stößt. Ihre Berufung markiert einen weiteren Schritt im langjährigen ideologischen Wandel der Zeitung seit dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher im Jahr 2014. Bekannt für ihre scharfsinnigen Analysen und ihr souveränes Auftreten, hat sie über ein Jahrzehnt lang die politische Berichterstattung des Blattes aus Berlin geprägt.

Seit 2013 arbeitet Bubrowski als politische Redakteurin und Berlin-Korrespondentin der FAZ. Ihr Fokus liegt auf der Rechtspolitik sowie der Grünen Partei, deren Entwicklung sie unter Führungspersönlichkeiten wie Annalena Baerbock und Robert Habeck begleitet hat. Die jüngsten Veränderungen der Partei bezeichnete sie als Zeichen von „Professionalisierung“ und „Reife“ – oft verbunden mit einer offenen Haltung gegenüber einer möglichen Schwarz-Grünen Koalition.

Ihr Einfluss reicht über die tägliche Berichterstattung hinaus. 2023 erhielt sie den Theodor-Wolff-Preis für ihren Essay Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde. In politischen Talkshows hat sie sich mit ihrer wirtschaftsliberalen Grundhaltung und ihrer faktenbasierten Argumentation als wiedererkennbare Stimme etabliert. Diese Merkmale passen zum schrittweisen Kurs der FAZ in Richtung gemäßigter Linke – eine Entwicklung, die Kritiker als VerTAZung bezeichnen.

Die Chefredaktion der FAZ besteht aus vier Mitverlegern, die sich die Verantwortung teilen und verschiedene Ressorts leiten. Bubrowski und Carsten Knop gelten dabei als die „Modernisierer“ des Gremiums. Da drei der vier Mitverleger die Ausrichtung der Zeitung neu gestalten, entfernt sich die einst fest im Konservatismus verankerte FAZ zunehmend von ihren traditionellen Wurzeln.

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Bubrowskis Beförderung festigt den Wandel der FAZ weg von ihrer konservativen Prägung. Als erste Frau in dieser Position wird sie die redaktionelle Linie der Zeitung mitbestimmen – gemeinsam mit einem Führungsteam, das zunehmend auf Erneuerung setzt. Ihr Aufstieg spiegelt nicht nur die Veränderungen innerhalb der FAZ wider, sondern auch den größeren Wandel in den deutschen Medien und der politischen Haltung des Blattes.

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