25 June 2026, 14:28

Hilfsorganisationen fordern radikale Reformen der deutschen Entwicklungspolitik

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Hilfsorganisationen fordern radikale Reformen der deutschen Entwicklungspolitik

Zwei führende deutsche Hilfsorganisationen haben ihren Jahresrückblick zur Entwicklungspolitik des Landes vorgestellt. Welthungerhilfe und Terre des Hommes forderten dringende Reformen, um die Qualität und Wirksamkeit humanitärer Unterstützung zu verbessern. In ihrem Bericht verweisen sie auf wachsende Herausforderungen durch Krisen, Konflikte und den Klimawandel.

Am Mittwoch skizzierten Mathias Mogge von der Welthungerhilfe und Joshua Hofert von Terre des Hommes ihre Bedenken. Sie kritisierten das Fehlen einer klaren Strategie in den jüngsten Reformvorschlägen von Ministerin Reem Alabali-Radovan.

Die Organisationen betonten, dass Hilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig bleiben müsse. Sie warnten davor, die Entwicklungszusammenarbeit anderen politischen oder wirtschaftlichen Interessen unterzuordnen. Wirtschaftspartnerschaften, so ihr Argument, könnten nur funktionieren, wenn sie sich an lokalen Akteuren orientierten und mögliche Zielkonflikte zwischen deutschen und den Prioritäten der Partnerländer berücksichtigten.

Beide Vertreter forderten das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auf, die Zivilgesellschaft in die Gestaltung der Reformen einzubinden. Mogge unterstrich den Bedarf an mehr humanitären Mitteln und schlug vor, das Budget für das kommende Jahr von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen. Zudem plädierte er für einen stärkeren Fokus auf Prävention statt nur auf Nothilfe.

Hofert ergänzte, dass die Reform kein von Berlin aus gesteuertes Top-down-Projekt sein dürfe. Stattdessen müssten Partnerländer, lokale Zivilgesellschaft und junge Menschen einbezogen werden. Mogge hob die Bedeutung von Bürokratieabbau und größerer Autonomie für Hilfsorganisationen hervor, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Die NGOs begrüßten zwar die Absicht der Regierung, die Entwicklungspolitik neu auszurichten, forderten aber konkretere Maßnahmen. Sie verwiesen auf die Notwendigkeit kohärenter Planung, höherer Finanzmittel und echter Zusammenarbeit mit lokalen und zivilgesellschaftlichen Partnern. Die Vorschläge zielen darauf ab, den wachsenden globalen Druck zu bewältigen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Hilfe wirksam und unparteiisch bleibt.

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