09 February 2026, 21:33

Historischer Abschied: Schleswig-Holsteins erste transgeschlechtliche Abgeordnete tritt zurück

Die Transgender-Flagge mit drei horizontalen Streifen: Rosa oben, Blau in der Mitte und Weiß unten.

Anna Langsch tritt von ihrem Landtagsmandat zurück - Historischer Abschied: Schleswig-Holsteins erste transgeschlechtliche Abgeordnete tritt zurück

Anna Langsch, Schleswig-Holsteins erste transgeschlechtliche Landtagsabgeordnete, wird Ende Februar 2026 von ihrem Mandat zurücktreten. Die 43-jährige Politikerin der Grünen begründete ihren Rückzug mit gesundheitlichen Gründen. Ihr Ausscheiden markiert das Ende einer wegweisenden Legislaturperiode im Kieler Landtag.

Sebastian Bonau, der nächste Kandidat auf der Landesliste der Grünen, wird ihr Nachfolger im Parlament. Die Fraktionsstärke der Partei bleibt unverändert, sodass sich vor der nächsten Wahl keine unmittelbaren Verschiebungen in der politischen Machtbalance ergeben.

Langsch schrieb 2022 Geschichte, als sie den Wahlkreis Kiel-West für sich entschied. Ihr Sieg ebnete als erste transgeschlechtliche Politikerin den Weg in den Schleswig-Holsteinischen Landtag. Während ihrer Amtszeit setzte sie sich vehement für Gleichberechtigung ein und wurde zu einer lautstarken Gegnerin von Diskriminierung.

Die Landesvorsitzende der Grünen, Lydia Rudow, würdigte Langschs Verdienste und hob ihre Rolle bei der Förderung gesellschaftlicher Vielfalt hervor. Rudow bezeichnete ihr Wirken als ein historisches Vorbild für politische Repräsentation.

Der Wechsel vollzieht sich nahtlos: Bonau, der bereits auf der Landesliste der Grünen steht, übernimmt Langschs Sitz, ohne dass eine Nachwahl erforderlich wird. Parteivertreter bestätigten, dass sich durch die personelle Veränderung nichts an der Gesamtzahl der Mandate ändert.

Langschs Rücktritt hinterlässt eine bemerkenswerte Spur in der politischen Landschaft Schleswig-Holsteins. Ihr Nachfolger Bonau wird seine Arbeit am 1. März 2026 aufnehmen. Die Grünen behalten ihre bisherigen Sitze und sorgen so für Kontinuität in der bestehenden Parlamentsstruktur.