Hitzewellen in den Ozeanen: Nord- und Ostsee brechen Temperaturrekorde
Siegrid RöhrichtHitzewellen in den Ozeanen: Nord- und Ostsee brechen Temperaturrekorde
Hitzewellen in den Ozeanen
Teaser: Die Meere erwärmen sich rasant – besonders Nord- und Ostsee. Das zeigt der aktuelle Bericht des Copernicus-Meeresumweltüberwachungsdienstes.
Veröffentlichungsdatum: 30. September 2025, 13:50 Uhr MESZ
Die Ozeane der Welt heizen sich in alarmierendem Tempo auf, mit Rekordtemperaturen und schrumpfendem Meereis. Neue Daten des Copernicus-Meeresumweltüberwachungsdienstes (CMEMS) belegen, dass sich die Erwärmung beschleunigt, während extreme Wetterereignisse häufiger werden. Gleichzeitig tritt Anfang 2026 ein zentrales UN-Abkommen zum Schutz des marinen Lebens in Kraft.
2023 und 2024 waren große Teile der Weltmeere von ungewöhnlich hohen Temperaturen betroffen. Das Mittelmeer erlebte 2023 die längste jemals registrierte Hitzewelle, während im Frühling 2024 die Oberflächentemperaturen mit einem neuen Spitzenwert von 21 Grad Celsius einen Rekord aufstellten. Auch die Nordsee hat sich um zwei Grad über ihrem langjährigen Durchschnitt erwärmt.
Sowohl in der Arktis als auch in der Antarktis wurden 2025 historisch niedrige Meereisstände verzeichnet. Diese Veränderungen bedrohen Küstenregionen wie das Wattenmeer, wo steigende Wasserstände und Klimaveränderungen die Ökosysteme gefährden. Am 1. Oktober jährt sich der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer zum 40. Mal – doch die Herausforderungen durch die Erwärmung der Ozeane werden immer größer.
Das UN-Hochseeabkommen (BBNJ) tritt Anfang 2026 in Kraft, nachdem die 60. Ratifikation beim UN-Generalsekretär hinterlegt wurde. Damit beginnt eine 120-tägige Frist bis zur Umsetzung. Das Abkommen zielt darauf ab, den Schutz in internationalen Gewässern zu stärken.
Die beschleunigte Erwärmung der Ozeane verschärft bereits jetzt extreme Regenfälle und Überschwemmungen an Land. Mit steigenden Meeresspiegeln und weiter ansteigenden Temperaturen geraten Küstengebiete wie das Wattenmeer zunehmend unter Druck. Das bevorstehende UN-Abkommen bietet zwar einen Rahmen für besseren Meeresnaturschutz – doch das Tempo des Klimawandels erfordert dringendes Handeln.
