10 May 2026, 16:28

Hubigs Reform: Bessere Schutzregeln für Opfer häuslicher Gewalt im Familienrecht

Plakat mit der Überschrift "Executive Orders Protecting Reproductive Rights" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißer Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, mit einer Grafik einer Person mit ausgebreiteten Armen.

Hubigs Reform: Bessere Schutzregeln für Opfer häuslicher Gewalt im Familienrecht

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat eine Reform des Familienrechts vorgeschlagen, um Opfer häuslicher Gewalt besser zu schützen. Die Pläne sehen vor, dass Gerichte gewalttätigen Eltern den Umgang mit ihren Kindern verbieten können – selbst wenn sich die Gewalt nicht direkt gegen das Kind richtete.

Ziel des Gesetzentwurfs ist es, Richtern klarere Leitlinien für Sorge- und Umgangsrechtsverfahren bei Fällen von häuslicher Gewalt an die Hand zu geben. Nach den geplanten Neuregelungen würden Familiengerichte jeden Fall individuell prüfen. Dabei sollen Art, Schwere und Häufigkeit der Gewalt sowie das Risiko weiterer Übergriffe die Entscheidung bestimmen. Automatische Kontaktverbote sind nicht vorgesehen, da ein dauerhafter Ausschluss eines Elternteils aus dem Leben des Kindes als schwerwiegender Schritt gilt.

Dennoch könnten Richter bei Gewalt gegen den Partner, die die körperliche Sicherheit des Opfers bedroht, vorübergehende oder dauerhafte Umgangsverbote verhängen. In weniger schweren Fällen wären stattdessen begleitete Besuche denkbar. Der Entwurf berücksichtigt zudem, dass Kinder auch dann schwer leiden, wenn sie nicht unmittelbar Ziel der Gewalt sind, aber häusliche Gewalt miterleben müssen.

Mit der Reform will das Justizministerium den Familiengerichten wirksamere Instrumente an die Hand geben, um Opfer zu schützen, ohne dabei die Flexibilität bei Entscheidungen einzuschränken. Die neuen Regelungen würden Richtern mehr Spielraum einräumen, den Kontakt zwischen gewalttätigen Eltern und ihren Kindern einzuschränken oder zu unterbinden. Im Mittelpunkt stehen die Verhinderung weiterer Schädigungen und die langfristigen Auswirkungen auf die Familien. Wird das Gesetz verabschiedet, markiert es eine bedeutende Veränderung im Umgang mit häuslicher Gewalt in Sorgerechtsstreitigkeiten.

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