23 January 2026, 09:04

Investoren kaufen ostdeutsche Agrarbetriebe – und lösen politische Debatten aus

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Wer Besitzt das Feld? Drei Länder, Drei Antworten - Investoren kaufen ostdeutsche Agrarbetriebe – und lösen politische Debatten aus

Investoren aus dem Nicht-Landwirtschaftssektor kaufen zunehmend Anteile an Agrarunternehmen in Ostdeutschland. Dieser Trend sorgt bei Politikern und Interessensverbänden für Besorgnis, auch wenn nicht alle Bundesländer darin eine Bedrohung sehen. Aktuelle Großtransaktionen haben Lücken in den bestehenden Regelungen aufgezeigt und einige Regionen dazu veranlasst, strengere Kontrollen zu prüfen.

Die Entwicklung hat eine Debatte darüber ausgelöst, ob neue Gesetze notwendig sind, um solche Käufereingriffe zu überwachen oder einzuschränken – insbesondere, da die Bodenpreise weiter steigen.

Ein großer Anteilskauf in Sachsen-Anhalt hat die wachsende Einflussnahme nicht-landwirtschaftlicher Investoren in den Fokus gerückt. Der australische Fonds Igneo Infrastructure Partners übernahm kürzlich die Deutsche Agrar Holding (DAH) und sicherte sich damit die Kontrolle über mehr als 20.000 Hektar Ackerland. Kritiker argumentieren, dass solche Geschäfte es Anlegern ermöglichen, die übliche Prüfung zu umgehen, die bei direkten Landkäufen greift.

In Sachsen und Thüringen lehnen die Behörden die Einführung von Agrarstrukturgesetzen zur Regulierung von Anteilskäufen ab. Die sächsische Landesregierung verweist stattdessen auf die Vergabe von Flächen durch die BVVG und die ZFM als Hauptgrund für die steigenden Preise. Das Thüringer Agrarministerium betont, dass frühere Versuche auf Landesebene, das Problem zu regulieren, gescheitert seien, und deutet an, dass eine bundesweite Lösung erforderlich sein könnte.

Das Agrarministerium Sachsen-Anhalts hält fest, dass Anteilskäufe bisher keine strukturellen Schäden in der Landwirtschaft verursacht hätten. Die Linksfraktion widerspricht jedoch und warnt vor potenziellen Risiken, falls sich der Trend fortsetzt. Unterdessen prüfen einige Bundesländer schärfere Vorschriften, etwa Meldepflichten oder Begrenzungen für Besitzanteile.

Ackerland in Ostdeutschland bleibt knapp und teuer, wobei die Preise und Pachtkosten stetig steigen. Interessensverbände und Politiker kritisieren das Engagement von Versicherungen, Immobilienfirmen und anderen nicht-landwirtschaftlichen Investoren und fürchten langfristige Folgen für die heimischen Bauern.

Die Diskussion über Anteilskäufe in der Landwirtschaft wird voraussichtlich anhalten, da die Bodenpreise weiter klettern und Investoren ihre Bestände ausbauen. Während einige Bundesländer keinen akuten Handlungsbedarf sehen, könnten andere auf strengere Kontrollen drängen. Bundesweite Regelungen bleiben vorerst eine mögliche, aber unsichere Lösung des Problems.