14 April 2026, 00:42

Iran-Krieg verändert Einkaufsverhalten: Discounter boomen, Supermärkte verlieren

Innenansicht eines Einkaufszentrums mit Menschen, Geschäften, Infotafeln mit der Aufschrift "Herzlich willkommen", Beleuchtung, Geländern und einem Topfpfanzen am Boden.

Iran-Krieg verändert Einkaufsverhalten: Discounter boomen, Supermärkte verlieren

Deutsche Lebensmittelhändler spüren die Folgen des Iran-Kriegs bereits drei Wochen nach dessen Beginn. Verbraucher greifen angesichts steigender Energiekosten und drohender Preiserhöhungen vermehrt zu Discountern. Diese Veränderung im Kaufverhalten hat die Marktanteile in der Branche bereits spürbar verschoben.

Bis zur Kalenderwoche 12 verzeichneten Aldi Süd und Aldi Nord deutliche Zuwächse bei den Kundenbesuchen. Aldi Süd steigerte seinen Marktanteil um einen vollen Prozentpunkt, Aldi Nord legte um 0,7 Punkte zu. Ein deutlicher Kontrast zu den Wochen vor Ausbruch des Konflikts.

Traditionelle Supermärkte hingegen verlieren an Boden. Rewe büßte im selben Zeitraum 0,7 Prozentpunkte ein, Edeka verlor 0,6 Punkte und Kaufland verzeichnete einen Rückgang um 0,5 Punkte. Maarten Vander Beken von Accurat bezeichnete die Entwicklung als ungewöhnlich – solche rasanten Verschiebungen habe man bisher noch nie beobachtet.

Die finanziellen Auswirkungen dieser Veränderungen sind beträchtlich. Ein einziger Prozentpunkt Marktanteil entspricht bei Deutschlands Lebensmittelhändlern – die gemeinsam jährlich über 200 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften – etwa 2 Milliarden Euro zusätzlichem Umsatz.

Discounter gewinnen schnell an Terrain, da Verbraucher nach Sparmöglichkeiten suchen. Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges zeigen sich bereits in den wöchentlichen Einkaufstrends. Angesichts steigender Energiepreise und weiterer Inflationserwartungen dürfte der Trend zu günstigen Einzelhändlern anhalten.

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