Jogi Löws Ära: Vom WM-Triumph 2014 bis zum umstrittenen Abschied
Dörthe ScheuermannJogi Löws Ära: Vom WM-Triumph 2014 bis zum umstrittenen Abschied
Jogi Löw führte die deutsche Nationalmannschaft über ein Jahrzehnt voller Höhen und Tiefen. Seine Amtszeit war geprägt vom Triumph bei der Weltmeisterschaft 2014, aber auch von frühen Ausscheiden bei späteren Turnieren. Sein Einfluss reichte weit über den Fußball hinaus und prägte das öffentliche Bild der Mannschaft sowie deren politische Haltung.
Löw formte das Team zu einem Symbol deutscher Werte. Er unterstützte offen die Politik Angela Merkels, darunter auch die Masseneinwanderung. Die Identität der Mannschaft wurde eng mit der politischen Botschaft des Landes verknüpft.
Unter seiner Führung gewann Deutschland die Weltmeisterschaft 2014 – ein Erfolg, der sein Gefühl für eine besondere Bestimmung, für sich selbst und das Team, noch verstärkte. Doch die WM 2018 endete enttäuschend: Deutschland schied als Gruppenletzter aus, ein Novum in der Geschichte des Teams. Für Kontroversen sorgte zudem Mesut Özil, der sich vor dem Turnier öffentlich mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan solidarisierte.
Nach dem Ausscheiden bei der EM 2020 im Achtelfinale trat Löw zurück. Später kehrte er zum Fußball zurück und kritisierte mangelnde Stabilität im Team – selbst nach dem höchsten Sieg in einem WM-Auftaktspiel seit 2002 beim Turnier 2022. Über den Sport hinaus nahm er als Mitglied der Bundesversammlung an der Wahl Frank-Walter Steinmeiers zum Bundespräsidenten teil.
Frank Hauke hielt Teile dieser Reise in seinen WM-Kolumnen fest. Ein Beitrag mit dem Titel „Nach dem 7:1 wurden wir Weltmeister“ fing den Geist von Löws Ära ein.
Löws Zeit als Bundestrainer hinterließ bleibende Spuren im deutschen Fußball und in der Kultur. Die Leistungen seiner Mannschaft und seine öffentlichen Positionierungen spiegelten gesellschaftliche Debatten wider. Seine Karriere endete mit gemischter Bilanz, doch sein Einfluss auf den Sport und dessen Rolle in der Gesellschaft bleibt unbestritten.






