Kai Wegner spielt Tennis während Berlins Stromausfall – und erntet Kritik
Oliver LinkeGdP verteidigt Wegner nach Kritik am Tennis-Spiel - Kai Wegner spielt Tennis während Berlins Stromausfall – und erntet Kritik
Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner gerät in Kritik, nachdem er während eines massiven Stromausfalls in der Stadt Tennis spielte. Der großflächige Blackout, ausgelöst durch einen mutmaßlichen Brandanschlag, hatte etwa 100.000 Einwohner ohne Strom zurückgelassen. Trotz der Vorwürfe verteidigte Stephan Weh, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Berlin, das Verhalten des Bürgermeisters und wies Bedenken an dessen Krisenmanagement zurück.
Der Vorfall ereignete sich am Samstag, dem 3. Januar 2026, als Wegner und seine Lebensgefährtin Katharina Günter-Wünsch, Berlins Senatorin für Bildung, ein Tennismatch in einer Anlage nahe Kladow im Südwesten der Stadt austrugen. Das Spiel fand statt, während Einsatzkräfte noch mit den Folgen des flächendeckenden Stromausfalls kämpften, der auf den verdächtigten Brandanschlag zurückging.
Wegner rechtfertigte sich später damit, das Spiel habe ihm geholfen, "den Kopf freizubekommen". Er argumentierte, die physische Anwesenheit von Politikern an Krisenschauplätzen beschleunige nicht zwangsläufig die Bewältigung der Lage. Weh unterstützte diese Position und betonte, Wegners Arbeitsbelastung während der Krise sei unvermindert hoch gewesen und seine kurze Abwesenheit habe die Einsatzmaßnahmen nicht beeinträchtigt.
Gleichzeitig räumte Weh ein, dass solche Handlungen dem öffentlichen Image eines Politikers schaden könnten. Er lenkte die Aufmerksamkeit auf die eigentlichen Herausforderungen – insbesondere den Schutz kritischer Infrastruktur. Seine Äußerungen spiegeln die Spannung zwischen privater Erholung und öffentlichen Erwartungen in Ausnahmesituationen wider.
Von dem Stromausfall waren zehntausende Haushalte betroffen; die Ursache wird weiterhin als möglicher Brandanschlag untersucht. Während Wegners Tennismatch für Kritik sorgte, lenkte Wehs Verteidigung die Debatte zurück auf die grundsätzliche Frage, wie Führungskräfte in Krisenzeiten persönliche Auszeiten mit ihrer Verantwortung in Einklang bringen. Die Vorfälle haben eine Diskussion über die Balance zwischen Privatleben und öffentlicher Pflicht in Ausnahmefällen entfacht.