Kiels Straßenbahn-Projekt wackelt vor der Oberbürgermeisterwahl
Dörthe ScheuermannKiels Straßenbahn-Projekt wackelt vor der Oberbürgermeisterwahl
Kiels Straßenbahn wieder in der Schwebe
Es schien sicher: Kiel bekommt eine Straßenbahn. Doch vor der anstehenden Wahl bringt die CDU die Debatte erneut ins Rollen.
- November 2025, 23:30 Uhr
Die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl in Kiel entwickelt sich zu einem Richtungsstreit über die Verkehrszukunft der Stadt. Im Mittelpunkt steht der Konflikt zwischen Befürwortern eines neuen Straßenbahnnetzes und Gegnern, die stattdessen auf den Ausbau von Bussen und S-Bahn setzen. Kandidaten und Parteien liefern sich nun Wortgefechte über Kosten, Effizienz und die beste Strategie gegen Staus.
Eigentlich hatte eine breite Mehrheit im Kieler Stadtrat bereits Pläne für ein Straßenbahnnetz abgesegnet. Grünen, SPD und andere betonten, dass die Bahn Stadtteile verbinden, den Verkehr entlasten und Klimaziele unterstützen werde. Der grüne Kandidat Dr. Samet Yilmaz bezeichnete die Straßenbahn als "entscheidenden Baustein für den Ausbau des ÖPNV". Ulf Daude von der SPD pflichtete bei und hob ihre Rolle bei der Entschärfung von Staus und der Steigerung der Effizienz hervor.
Die Wahl wird nun darüber entscheiden, ob Kiel sein Straßenbahnprojekt vorantreibt oder auf ein Modell mit Fokus auf Busse und Regionalzüge umschwenkt. Ein Sieg für Derkowski oder die CDU könnte die Pläne stoppen, während ein Erfolg von Grünen oder SPD sie wahrscheinlich auf Kurs hält. Das Ergebnis wird prägen, wie die Stadt in den kommenden Jahren Staus, Vernetzung und Emissionen angeht.
