02 May 2026, 12:35

Kinder erobern die Bühne: Ein musikalischer Staatsstreich in Rheinsberg

Eine Gruppe von Kindern, die auf einer Bühne Musikinstrumente spielen, mit einer Frau in der Mitte, die ein Mikrofon hält, umgeben von Mikrofonständern, einem Banner im Hintergrund und Pflanzen auf der rechten Seite.

Kinder erobern die Bühne: Ein musikalischer Staatsstreich in Rheinsberg

Ein einzigartiges Musiktheaterprojekt hat 32 Kinder aus ländlichen Förderschulen zusammengebracht. Unter dem Titel „Könige und Königinnen – Ein musikalischer Staatsstreich“ fand die Aufführung nach einer intensiven Probenwoche im Schloss Rheinsberg statt. Das Projekt sollte zeitgenössische Musik erlebbarer und interaktiver gestalten – dabei spielte das Publikum eine zentrale Rolle im ursprünglichen Konzept.

Die Idee stammte vom Ensemble Quillo, einer Gruppe von Musikern aus Falkenhagen. Seit über 20 Jahren bringen sie moderne Musik in ländliche Regionen. Diesmal arbeiteten sie mit der Musikakademie Rheinsberg zusammen und entwickelten „Musiktheater 360°“, ein Programm, das Jugendliche aktiv in kreative Bühnenperformances einbindet.

Während der Vorstellung standen 11- bis 16-Jährige im Mittelpunkt, bewaffnet mit selbstbemalten Stäben, den sogenannten „Rain Makers“. Gefüllt mit Kieselsteinen erzeugten die Instrumente ein sanftes, regenartiges Klangbild, sobald die Darsteller sie bewegten. Eine düstere, traumhafte Szene zeigte zudem eine entenartige Kreatur mit schwarzen Schwingen und einer schnabelhaften Maske. Diese unheimliche Figur jagte ein Mädchen, verschlang es symbolisch und setzte so einen dramatischen Kontrast zu den heiteren Momenten.

Die Aufführung wechselte zwischen verschiedenen Stimmungen – selbst Komik kam nicht zu kurz. Ein fiktiver Nachrichtensprecher namens Ente Kross forderte das Publikum auf, eine Nummer mit den Endziffern 6 und 7 anzurufen. Der Abend endete mit einem Fest: Die jungen Darsteller tanzten selbstbewusst über die Bühne, wirkten entspannt und voller Selbstvertrauen.

Unter den Teilnehmenden waren Fieby und Helene von der Clara-Zetkin-Schule. Trotz einer anstehenden Deutschprüfung am nächsten Tag machten sie mit und teilten ihre Vorstellungen, wie sie ihre Stadt regieren würden, wären sie König oder Königin. Lehrkräfte, die das Projekt begleiteten, berichteten, wie es unerwartete Seiten ihrer Schülerinnen und Schüler offenbart habe: Ein Mädchen zeigte plötzlich Wärme und Verletzlichkeit, eine andere übernahm Führung, indem sie Regeln aufstellte und Entscheidungen traf.

Das Projekt bot den Kindern einen Raum, um Kreativität und Bühnenpräsenz in einem unterstützenden Umfeld zu erkunden. Für die Lehrkräfte waren es wertvolle Einblicke in die Fähigkeiten und Persönlichkeiten ihrer Schützlinge. „Könige und Königinnen – Ein musikalischer Staatsstreich“ präsentierte nicht nur junges Talent, sondern unterstrich auch den Stellenwert partizipativer Kunst im Bildungsbereich.

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