KM-I-6: Leistung von Pumpstationen - Fallstudie
KM-I-6: Leistung von Pumpwerken – Eine Fallstudie
Teaser: Monitoringbericht 2023 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel
30. April 2024, 15:49 Uhr
Schlagwörter: Wissenschaft, Industrie, Umweltforschung, Finanzen
Die tief liegenden Küstenregionen Schleswig-Holsteins sind in hohem Maße auf künstliche Entwässerung angewiesen, um landwirtschaftliche Flächen nutzbar zu halten. Fast ein Viertel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel, und mehr als die Hälfte ist auf Pumpwerke angewiesen, um Überflutungen zu verhindern. Doch diese Systeme geraten zunehmend unter Druck, da der Klimawandel stärkere Niederschläge und häufigere Hochwasser mit sich bringt.
Die Pumpwerke in Schleswig-Holstein spielen eine entscheidende Rolle bei der Regulierung des Wasserstands – insbesondere in Gebieten wie der Eider-Treene-Region, die sich über 113.000 Hektar erstreckt, wovon 50.000 Hektar Niederungen sind. Bei Hochwasser müssen fast die Hälfte der Pumpwerke in diesem Gebiet vorübergehend abgeschaltet werden, um die Lage nicht zu verschärfen. Ein Balanceakt entsteht: Die Anlagen müssen Überschusswasser abpumpen, können aber nicht arbeiten, wenn der Pegelstand zu hoch ist.
Der Energieverbrauch der Pumpwerke steigt in Jahren mit überdurchschnittlichen Niederschlägen deutlich an, auch wenn sich noch kein klarer Langzeittrend abzeichnet. Betreiber wie Wasser- und Bodenverbände haben bereits Energiesparmaßnahmen eingeführt – etwa effizientere Pumpen oder die Nutzung von Strom in Schwachlastzeiten –, um die Kosten zu senken. Dennoch bleibt die Auswertung der Energiedaten schwierig, da die Bedingungen zwischen den Standorten variieren und zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen.
Trotz der Herausforderungen plant derzeit kein Verband in der Region eine Erweiterung oder Modernisierung der Pumpinfrastruktur, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden. Zwar erhöht der Klimawandel die Notwendigkeit einer effizienten Entwässerung, doch die bestehenden Systeme könnten ohne Anpassungen an ihre Grenzen stoßen. Als einzige jüngere Investition wurde in Bornhöved der Ausbau eines Wasserwerks und einer Kläranlage verzeichnet – allerdings ohne direkten Bezug zu den Entwässerungspumpen.
Die aktuelle Entwässerungsinfrastruktur in Schleswig-Holstein könnte bald an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen. Ohne Ausbau oder Modernisierung der Pumpwerke dürfte es schwieriger werden, landwirtschaftliche Flächen zu erhalten und Infrastruktur zu schützen. Steigende Energieanforderungen und extremere Wetterbedingungen werden die Belastbarkeit dieser lebenswichtigen Systeme in den kommenden Jahren auf die Probe stellen.






