Knorr vor Besitzerwechsel: McCormick will Kultmarke von Unilever übernehmen
Dörthe ScheuermannKnorr vor Besitzerwechsel: McCormick will Kultmarke von Unilever übernehmen
Kultmarke Knorr könnte bald den Besitzer wechseln
Der US-Gewürzriese McCormick & Company zeigt Interesse daran, den Würzmittel- und Suppenhersteller Knorr vom britischen Konzern Unilever zu übernehmen. Sollte das Geschäft zustande kommen, wäre dies ein einschneidender Wandel für einen der bekanntesten Küchenklassiker Deutschlands.
Der mögliche Kauf kommt zu einer Zeit, in der Unilever unter Führung von Vorstandschef Fernando Fernandez sein Geschäft umstrukturiert. Angesichts des wachsenden Drucks auf Lebensmittelkonzerne könnte der Verkauf das europäische Portfolio des Unternehmens neu ausrichten.
Knorr gehört seit dem Jahr 2000 zu Unilever, als der Konsumgüterkonzern den damaligen Eigentümer Bestfoods übernahm. Die Marke produziert an vier deutschen Standorten, darunter die wichtigen Werke in Auerbach und Heilbronn. Über die Jahre hat sie sich zu einem festen Begriff in deutschen und internationalen Haushalten entwickelt.
McCormick & Company, mit Hauptsitz im US-Bundesstaat Maryland, ist weltweit führend in der Herstellung von Gewürzen und Würzmitteln. Mit einem Jahresumsatz von knapp 7 Milliarden Dollar und rund 14.000 Mitarbeitern sieht das Unternehmen in Knorr eine strategische Ergänzung. Branchenanalysten schätzen, dass der Deal Milliarden wert sein könnte, auch wenn konkrete Zahlen noch nicht bekannt sind.
Fernandez treibt Unilever seit Langem in Richtung profitablerer Produkte – der Verkauf von Knorr passt in diese Strategie. Die Transaktion spiegelt auch die größeren Herausforderungen der Lebensmittelbranche wider, da Verbraucher ihre Ausgaben kürzen oder zu günstigeren Alternativen greifen. Für McCormick würde die Übernahme den europäischen Marktzugang ausbauen und die Position gegen Konkurrenten wie Dr. Oetker und Like stärken.
Ein Verkauf würde Unilevers 24-jährige Ära als Eigentümer von Knorr beenden. Unter McCormick könnten sich Betrieb und Marktpräsenz der Marke ändern. Derzeit prüfen beide Unternehmen noch die finanziellen und strategischen Auswirkungen, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.






