Kölner Dom plant umstrittenes Eintrittsgeld – droht der Verlust seiner Offenheit?
Oliver LinkeEhemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittspreise für den Kölner Dom - Kölner Dom plant umstrittenes Eintrittsgeld – droht der Verlust seiner Offenheit?
Kölner Dom: Eintrittsgeld für eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt?
Der Kölner Dom, eine der bekanntesten katholischen Kirchen weltweit, könnte bald Eintrittsgelder von Besuchern verlangen. Das Wahrzeichen zieht jährlich sechs Millionen Menschen an und beherbergt die Reliquien der Heiligen Drei Könige. Die Pläne für die Gebühr haben eine kontroverse Debatte ausgelöst – sowohl Fachleute als auch die Öffentlichkeit lehnen sie weitgehend ab.
Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, bezeichnete die geplante Gebühr als "sehr problematisch". Sie betonte, der Dom sei ein "missionarisches Angebot der Kirche", das allen offenstehen solle – nicht nur denen, die es sich leisten könnten. Die monumentalen Räume seien zur Ehre Gottes geschaffen worden, nicht zur Gewinnmaximierung.
Schock-Werner warnte, dass eine Eintrittsgebühr den Charakter des Doms für immer verändern könnte. Aus einem Ort des Glaubens und des kulturellen Erbes würde dann eine Attraktion vor allem für Wohlhabende. Zudem fürchtet sie einen Rückgang der Besucherzahlen, was die Rolle des Doms als Identitätssymbol Kölns schwächen könnte.
In den vergangenen fünf Jahren stießen ähnliche Vorhaben in Deutschland auf massiven Widerstand. 2023 sammelte eine Petition gegen Eintrittsgelder für religiöse Stätten – darunter die Dome in Köln und Aachen – über 100.000 Unterschriften. Kritiker warfen den Verantwortlichen vor, heilige Räume zu kommerzialisieren, während Befürworter argumentierten, die Gebühren seien notwendig, um dringende Sanierungen zu finanzieren. Einige Kirchen lenkten später ein und ließen den Zugang während der Gottesdienste kostenfrei.
Trotz der Kritik halten die Domverantwortlichen an ihren Plänen fest und wollen die Gebühr in der zweiten Jahreshälfte einführen. Die genaue Höhe steht noch nicht fest, doch das Vorhaben soll dringend benötigte Mittel für die Instandhaltung sichern.
Die Einführung des Eintrittsgelds könnte das Erlebnis des Kölner Doms grundlegend verändern. Zwar könnte sie die Finanzierung stabilisieren – doch Gegner befürchten, dass der Ort seine offene und inklusive Ausstrahlung verliert. Die Entscheidung folgt auf Jahre öffentlichen Widerstands gegen ähnliche Gebühren an anderen historischen deutschen Sehenswürdigkeiten.