Krischer fordert Senkung der Stromsteuer – um Elektromobilität in Deutschland zu stärken
Hubertus CasparSteigende Preise: NRW-Minister fordert Abschaffung der Stromsteuer - Krischer fordert Senkung der Stromsteuer – um Elektromobilität in Deutschland zu stärken
Deutschlands Stromsteuer könnte bald auf das EU-Mindestmaß sinken – für alle Haushalte und Unternehmen. Oliver Krischer, Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, hat den Vorschlag unterbreitet, um mehr Autofahrer zum Umstieg auf Elektroautos zu bewegen und die erneuerbaren Energien zu stärken. Sein Plan kommt zu einem Zeitpunkt, an dem steigende Ölpreise und geopolitische Spannungen den Energiemarkt in ganz Europa unter Druck setzen.
Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund starker Preisanstiege bei Rohöl, nachdem militärische Auseinandersetzungen mit Beteiligung des Iran wichtige Schifffahrtsrouten beeinträchtigt hatten. Angesichts explodierender Spritkosten argumentiert Krischer, dass günstigerer Strom helfen würde, die Abhängigkeit von importiertem Öl zu verringern und die finanzielle Belastung der Verbraucher zu mildern.
Krischers Vorschlag zielt auf die deutsche Stromsteuer ab, die nach wie vor über dem von der EU vorgegebenen Mindestniveau liegt. Zwar hatte die aktuelle Bundesregierung die Abgabe für Industrieunternehmen bereits gesenkt, doch private Haushalte und kleinere Betriebe profitierten bisher nicht von einer ähnlichen Entlastung. Der Minister betonte, dass die Senkung der Steuer ein Wahlkampfversprechen von Bundeskanzler Friedrich Merz sei, und forderte die Bundesregierung auf, nun zu handeln.
Sein Einsatz für günstigeren Strom ist Teil einer umfassenderen Energiestrategie. Krischer ist überzeugt, dass der Ausbau der Elektromobilität und der erneuerbaren Wärmeversorgung die beste langfristige Lösung für hohe Energiepreise darstellt. Durch eine Verringerung der Abhängigkeit von ölproduzierenden Bundesländern – viele davon von autokratischen Regimen regiert – könnte sich Deutschland vor künftigen Preisschocks schützen, so seine Argumentation.
Der Minister wies zugleich Forderungen nach einem neuen Spritrabatt zurück und verwies auf frühere gescheiterte Versuche, bei denen solche Maßnahmen die Kosten für Autofahrer kaum gesenkt hätten. Stattdessen schlug er vor, die deutschen strategischen Ölreserven gezielt einzusetzen, um die Märkte zu beruhigen und Engpässe zu vermeiden. Um übermäßige Preistreibereien an den Tankstellen zu stoppen, solle die Kartellbehörde die Überwachung der Spritpreise verschärfen.
Krischers Äußerungen fallen in eine Phase rasant steigender Ölpreise. Seit Ende Februar haben Spannungen in der Straße von Hormus – ausgelöst durch US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran – die globalen Öllieferungen um ein Fünftel reduziert. Der Preis für Brent-Rohöl schnellte innerhalb weniger Tage von etwa 72 auf über 85 US-Dollar pro Barrel empor und trieb damit die Kosten für Benzin und Diesel in die Höhe. Bis zum 6. März blieben die Preise volatil, pendelten sich bei rund 84 bis 85 Dollar ein und schürten weltweit Inflationsängste.
Trotz dieser Belastungen kritisierte der Minister jüngste Schritte der Bundesregierung, das Heizungsgesetz abzuschaffen und den Ausbau erneuerbarer Energien zu bremsen. Solche Maßnahmen, warnte er, würden Deutschland anfälliger für Schwankungen auf dem Ölmarkt machen und den Übergang zu saubereren Energiequellen verzögern.
Würde der Steuerabbau umgesetzt, läge Deutschlands Strompreis auf dem niedrigsten von der EU erlaubten Niveau. Das könnte Elektroautos und Wärmepumpen erschwinglicher machen und die Abhängigkeit des Landes von Ölpreisschocks verringern. Krischers Plan wartet nun auf eine Reaktion aus Berlin – während die Energiemärkte weiter unter Spannung stehen.






