Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Beck attackiert Özdemirs Strategie als "peinlich"
Hubertus CasparKurt Beck wirft Özdemir 'peinliche' Wahlkampf vor - Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Beck attackiert Özdemirs Strategie als "peinlich"
Rheinland-Pfalz stimmt am Sonntag über einen neuen Landtag ab – und die Wahl hat scharfe Kritik vom früheren Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) ausgelöst. Der griff kürzlich die Kampagnenstrategie des Grünen-Politikers Cem Özdemir im Nachbarland Baden-Württemberg an. Beck nannte Özdemirs Vorgehen "peinlich" und warf ihm vor, gezielt die Einheit der eigenen Partei zu untergraben.
Özdemir hatte Anfang März die Landtagswahl in Baden-Württemberg für sich entschieden. Sein Wahlkampf setzte auf ein überparteiliches, gemäßigtes Image – unter dem Motto "Sie kennen mich". Statt auf strikte Parteitreue baute er auf einen präsidialen Führungsstil, distanzierte sich bei Bedarf von der Bundespartei der Grünen, ohne deren Inhalte infrage zu stellen.
Zu seinen zentralen Themen zählte ein verpflichtendes, kostenloses letztes Kindergartenjahr, das er mit Klimaschutz, Wirtschaftswachstum und Infrastrukturausbau verband. Durch den Verzicht auf direkte Kritik an der Bundespartei positionierte er sich als pragmatischer Vermittler – und sprach damit eine breite Wählerschicht an.
Nun unterstützt Beck den amtierenden Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Alexander Schweitzer (SPD), und stellt klar: Schweitzer werde Özdemirs Taktik nicht übernehmen. Eine öffentliche Abkehr von SPD-Positionen schloss er aus. Schweitzers stärkster Konkurrent im Rennen ist der CDU-Kandidat Gordon Schnieder.
Die Wahl in Rheinland-Pfalz wird so zum Testfall zwischen Parteidisziplin und eigenständiger Führung. Becks Äußerungen unterstreichen den Graben zwischen traditioneller Parteibindung und Özdemirs individualistischem Kurs. Am Sonntag entscheiden die Wähler, welche Linie im Land ankommt.






