Logistikbranche 2025: Finanzdruck und Insolvenzwelle bedrohen kleine Speditionen
Dörthe ScheuermannLogistikbranche 2025: Finanzdruck und Insolvenzwelle bedrohen kleine Speditionen
Transport- und Logistikbranche steht 2025 unter wachsendem Finanzdruck
Die Transport- und Logistikbranche kämpft im Jahr 2025 mit zunehmender finanzieller Belastung. Steigende Kosten, schmale Gewinnspannen und verzögerte Zahlungseingänge treiben immer mehr Unternehmen in die Insolvenz. Experten warnen, dass anhaltende Störungen auf wichtigen Handelsrouten die Lage weiter verschärfen könnten.
Allein im vergangenen Jahr meldeten 469 Logistikunternehmen in Deutschland Insolvenz an, darunter 19 mit Jahresumsätzen von über 10 Millionen Euro. Die Insolvenzquote stieg im Vergleich zu 2024 um 5,6 Prozent – ein deutliches Zeichen für tiefgreifende finanzielle Probleme. Viele dieser Unternehmen arbeiten mit Gewinnmargen von unter drei Prozent, während die Lohnkosten weiter steigen.
Zahlungsverzögerungen verschärfen die Situation zusätzlich. Oft müssen Unternehmen Treibstoff vorfinanzieren, warten aber bis zu 60 Tage auf die Begleichung ihrer Rechnungen durch Kunden. Berichten zufolge übersteigt die Zahl der Zahlungsausfälle im frühen Jahr 2025 bereits den Fünfjahresdurchschnitt. Der Kreditversicherer Atradius schätzt, dass mittlerweile jedes vierte kleine und mittlere Transportunternehmen von Pleite bedroht ist.
Auch die globalen Wachstumsprognosen für den Sektor wurden nach unten korrigiert. Oxford Economics erwartet nun ein Plus von nur noch 2,4 Prozent bei Transport- und Logistikdienstleistungen für 2025 – ein ganzer Prozentpunkt weniger als in früheren Vorhersagen. Sollten sich die Störungen in der Straße von Hormus über sechs Monate hinziehen, könnte das Wachstum sogar vollständig zum Erliegen kommen.
Die Kombination aus hohen Dieselpreisen, Vorfinanzierungslasten und schrumpfenden Gewinnspannen setzt die Branche massiv unter Druck. Ohne Besserung droht eine weitere Welle von Unternehmenszusammenbrüchen, insbesondere bei kleineren Speditionen. Eine längerfristige Krise auf den Schifffahrtsrouten würde die finanzielle Belastung für den ohnehin schon angeschlagenen Sektor weiter verschärfen.






