Luftfahrtbranche kämpft ums Überleben: Airlines streichen Flüge und entlassen Mitarbeiter
Hubertus CasparLuftfahrtbranche kämpft ums Überleben: Airlines streichen Flüge und entlassen Mitarbeiter
Die Luftfahrtbranche steht vor schweren Herausforderungen, da steigende Kosten und wirtschaftliche Belastungen große Fluggesellschaften zwingen, Strecken zu streichen und Flüge zu reduzieren. Explodierende Kerosinpreise, höhere Steuern und anhaltende Erholungsschwierigkeiten nach der Pandemie bringen einige Airlines an den Rand des Ruins – eine von ihnen hat nach Jahrzehnten des Betriebs bereits die Türen geschlossen.
Die US-Billigfluggesellschaft Spirit Airlines, die mit 172 Airbus-Maschinen seit 62 Jahren am Markt war, stellte am 2. Mai 2023 den Betrieb ein. Der Zusammenbruch markiert einen der spektakulärsten Fälle in einem Sektor, der unter wachsendem finanziellen Druck ächzt.
Die Treibstoffkosten sind für Airlines weltweit zu einer enormen Belastung geworden. Die Kerosinpreise haben sich seit Dezember 2022 mehr als verdoppelt und machen nun 20 bis 30 Prozent der gesamten Betriebskosten aus. Allein die Lufthansa rechnet mit zusätzlichen Ausgaben von 1,7 Milliarden Euro für Sprit – und ergreift drastische Maßnahmen: Der deutsche Konzern wird bis Oktober 20.000 Kurzstreckenflüge streichen, wodurch 40.000 Tonnen Kerosin eingespart werden sollen.
Auch andere Fluggesellschaften fahren ihr Angebot zurück. Ryanair und EasyJet haben weniger rentable Touristenrouten gestrichen, um Verluste zu begrenzen. Gleichzeitig verschärft die Entscheidung Deutschlands, die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) im Mai 2024 um 19,4 Prozent zu erhöhen, die finanzielle Not weiter.
Die Krise der Branche zeigt sich auch in den Passagierzahlen: Deutsche Flughäfen verzeichneten 2025 insgesamt 219,8 Millionen Reisende – immer noch 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019 vor der Pandemie. Mit rund 10.000 gefährdeten Arbeitsplätzen gibt es keine Anzeichen für eine Entspannung. Wizz Air, die drittgrößte Billigfluglinie Europas, könnte sogar vor dem Aus stehen, falls die Spannungen im Nahen Osten die Treibstoffversorgung weiter stören.
Die Kombination aus hohen Spritkosten, nachlassender Nachfrage und steigenden Abgaben lässt den Airlines kaum Spielraum – sie müssen Dienstleistungen kürzen und Stellen abbauen. Ohne grundlegende Veränderungen könnten weitere Fluggesellschaften das Schicksal von Spirit Airlines teilen und die Kapazitäten der Branche weiter schrumpfen.






