31 December 2025, 17:23

Mainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Sport

Eine Frau steht an einem Rednerpult auf einer Bühne, spricht in ein Mikrofon, vor ihr ein rundes Schild. Hinter ihr sitzen mehrere Personen an einem Tisch mit Mikrofonen, kleinen Schilden, einer Flasche, einem Glas und einem Krug. Im Hintergrund sind Fahnen, ein Vorhang und eine Wand zu sehen.

Mainz trauert um prägende Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Sport

Mainz verliert in den vergangenen Monaten mehrere prägende Persönlichkeiten

In den letzten Monaten hat Mainz mehrere herausragende Persönlichkeiten verloren, die in Kultur, Politik und Sport der Stadt ihre unauslöschlichen Spuren hinterlassen haben. Ihr Wirken erstreckte sich über Jahrzehnte und prägte alles – von den Karnevalstraditionen über die politische Führung bis hin zur medizinischen Versorgung.

Unter den Verstorbenen befinden sich Politiker, Künstler, Journalisten und Sportler, deren Arbeit das Leben vieler Menschen berührte.

In der Politik starb Bernhard Vogel, eine Schlüsselfigur der deutschen Regierungsgeschichte, im Alter von 92 Jahren. Zwölf Jahre lang führte er als Ministerpräsident Rheinland-Pfalz, bevor er zu einer geachteten Stimme auf nationaler Ebene wurde. Auch Herbert Mertin, seit 2016 Justizminister des Landes, verstarb mit 66 Jahren und hinterließ ein Erbe der juristischen Reformen.

Die Karnevalsszene der Stadt erlitt schwere Verluste. Dieter Wenger, der langjährige Chef-Wagenbauer des Mainzer Karnevalsvereins, starb mit 84 Jahren nach sechs Jahrzehnten, in denen er die aufwendigen Umzugswagen für den Rosenmontagszug gestaltete. Elisabeth Klöver, Leiterin des MCV-Hofballetts, verstarb mit 85 Jahren – sie hatte jahrzehntelang die Tanztraditionen des Karnevals geprägt. Im Sport trauert man um Holger Bernhardt, den ehemaligen Torwart des 1. FSV Mainz 05, der bei einem Verkehrsunfall mit nur 52 Jahren ums Leben kam. Sigurd Spielmann, Ehrenmitglied des Vereins, starb im September 2025. Barbara Rupp, die von 1983 bis 2008 die Fanvereinigung Mainz Unterhaus leitete, war eine weitere beliebte Persönlichkeit des lokalen Fußballs.

Die Kunst- und Medienwelt verlor mit Ulf Glasenhardt einen Veranstaltungsorganisator des Kulturclubs Schon Schön, der Brücken zwischen Institutionen schlug. Ekkehardt Gahntz, ein erfahrener ZDF-Nachrichtenjournalist, starb mit 79 Jahren nach 25 Jahren, in denen er das Programm des Senders mitprägte. Im Gesundheitsbereich wurde der Onkologe Dr. Thomas Flohr vom Hämatologisch-Onkologischen Medizinischen Versorgungszentrum Mainz im Alter von 57 Jahren als ein Arzt in Erinnerung behalten, der Krebspatienten Hoffnung gab. Marita Boos-Waidosch, von 1993 bis 2018 Behindertenbeauftragte der Stadt, verstarb nach Jahrzehnten des Einsatzes für Barrierefreiheit und Inklusion.

Diese Todesfälle markieren das Ende ganzer Epochen im politischen, kulturellen und sportlichen Leben von Mainz. Ihr Schaffen – ob in der Regierung, im Karneval, im Fußball oder in der Medizin – hinterlässt greifbare Spuren in der Stadt. In den kommenden Monaten werden Gedenkveranstaltungen und Würdigungen ihr Andenken ehren.