Mario Basler greift Nagelsmann und DFB nach WM-Kaderentscheidungen an
Siegrid RöhrichtMario Basler greift Nagelsmann und DFB nach WM-Kaderentscheidungen an
Der ehemalige Fußballspieler Mario Basler hat den Bundestrainer Julian Nagelsmann und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) scharf angegriffen. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die Spielerauswahl, die Mannschaftsdisziplin und die allgemeine Ausrichtung der Nationalelf im Vorfeld der anstehenden Weltmeisterschaft. Basler hat zudem persönlich Konsequenzen gezogen und seine finanziellen Verbindungen zum DFB abgebrochen.
Besonders hinterfragt Basler, warum Nagelsmann weiterhin auf Spieler wie Antonio Rüdiger setzt, der in der Vergangenheit mit disziplinarischen Problemen auffiel, oder Leroy Sané, der aktuell für den zweitklassigen Verein Galatasaray spielt. Diese Entscheidungen nennt er "unverständlich" und stellt damit die Glaubwürdigkeit des Trainers infrage, ein konkurrenzfähiges Team aufzubauen.
Seine Frustration beschränkt sich jedoch nicht auf die Personalpolitik. Basler hat seine Mitgliedschaft für die UEFA-Pro-Lizenz gekündigt und angekündigt, den DFB künftig nicht mehr finanziell zu unterstützen. Dieser Schritt unterstreicht seine tiefe Unzufriedenheit mit der aktuellen Führung und den Entscheidungen im deutschen Fußball.
Der Ex-Mittelfeldspieler wagte zudem eine kühne Prognose: Nagelsmann könnte nach der WM zurücktreten, da er kaum Vertrauen in die Erfolgsaussichten der Mannschaft habe. Auch Baslers eigene Erwartungen an die deutsche Leistung beim Turnier sind gering – ein Zeichen für die weitverbreiteten Bedenken hinsichtlich der Vorbereitung des Teams.
Nagelsmanns jüngste Kaderbekanntgabe für die Spiele gegen die Schweiz und Ghana zeigt dagegen einen anderen Ansatz. Er setzt auf einen Kern von Bayern-München-Spielern, darunter die Neulinge Jonas Urbig und Lennart Karl, sowie gezielte Verstärkungen und Rückkehrer wie Pascal Groß. Ziel ist es, Stabilität und Zusammenhalt im Hinblick auf die WM 2026 aufzubauen. Doch Baslers Äußerungen deuten darauf hin, dass nicht alle von dieser Strategie überzeugt sind.
Öffentliche Aufzeichnungen geben nur wenig Aufschluss über Nagelsmanns ursprüngliche Grundsätze als Nationaltrainer, was eine Bewertung möglicher Kurswechsel erschwert. Stattdessen stehen aktuell seine jüngsten Personalentscheidungen und seine Zurückhaltung bei politischen Stellungnahmen im Fokus der Diskussionen.
Baslers Kritik erhöht den Druck auf Nagelsmann, während sich die deutsche Nationalmannschaft auf die WM vorbereitet. Der Trainers Fokus auf Bayern-Spieler und Rückkehrer steht im Kontrast zu Baslers Zweifeln an zentralen Nominierungen. Angesichts entzogener finanzieller Unterstützung und wachsender öffentlicher Skepsis sieht sich der DFB zunehmend mit Fragen zu seinen Entscheidungen und seiner Führung konfrontiert.






