Markus W. erhält nach Ofarim-Skandal breite Solidarität – doch der Sänger zahlt nicht

Hubertus Caspar
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Ein deutsches Propagandaplakat für die NSDAP mit zwei männlichen Personen auf einem Sofa, mit Text, der Informationen zur Partei enthält.Hubertus Caspar

Hotelangestellter Markus W. bekommt Spenden für seine Leiden - Markus W. erhält nach Ofarim-Skandal breite Solidarität – doch der Sänger zahlt nicht

Markus W., der Leipziger Hotelmitarbeiter, der 2021 fälschlich vom Sänger Gil Ofarim des Antisemitismus beschuldigt wurde, erhält nach einem langen Rechtsstreit breite öffentliche Unterstützung. Eine Crowdfunding-Kampagne soll ihm nun helfen, sich von den Folgen des Falls zu erholen – während Ofarim seine finanziellen Verpflichtungen aus einem gerichtlichen Vergleich noch immer nicht erfüllt hat.

Der Fall, der zunächst Markus W. unter Generalverdacht stellte, entlastete ihn später vollständig: Die Staatsanwaltschaft widerlegte Ofarims Vorwürfe anhand von Zeugenaussagen und Videoaufnahmen.

Die Kontroverse begann im Oktober 2021, als Ofarim Markus W. vorwarf, ihm im Leipziger Westin-Hotel wegen eines Davidstern-Halsketten die Bedienung verweigert zu haben. Die Anschuldigung löste Empörung aus, und die öffentliche Meinung richtete sich zunächst gegen den Hotelangestellten. Doch die Ermittlungen der Leipziger Staatsanwaltschaft ergaben keine Hinweise auf Diskriminierung. Stattdessen belegten Zeugenaussagen und Videoaufnahmen, dass Ofarim den Vorfall erfunden hatte.

Im November 2023 entschuldigte sich Ofarim vor Gericht und willigte in einen außergerichtlichen Vergleich ein. Er wurde verurteilt, Markus W. 20.000 Euro Schadensersatz sowie weitere 10.000 Euro an Organisationen gegen Hasskriminalität zu zahlen. Doch bis 2024 ist die Zahlung laut Ofarims Anwalt noch ausstehend – sie solle erfolgen, sobald der Sänger über die notwendigen Mittel verfüge.

Unterdessen hat Markus W. in einem Interview mit der Zeit erstmals öffentlich über die anhaltenden Belästigungen gesprochen, denen er ausgesetzt ist, und seinen Willen, nach vorne zu blicken. Eine von einer Social-Media-Influencerin gestartete Crowdfunding-Aktion hat seitdem Spenden gesammelt, um ihn zu unterstützen. Die Gelder fließen an HateAid, eine Organisation, die sich gegen digitale Hetze engagiert, und an die Leipziger Initiative Minilöwen, die Frühchen und kranke Neugeborene fördert. Ein Teil der Summe soll Markus W. zudem ermöglichen, Zeit mit seiner Familie zu verbringen.

Ofarim, der kürzlich 100.000 Euro bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! gewann – zusätzlich zu den 400.000 Euro, die er bereits durch die Show verdient hatte –, sah sich nach einem RTL-Interview Kritik ausgesetzt. Viele warfen ihm vor, sich erneut als Opfer darstellen zu wollen, was die öffentliche Verärgerung über die ausbleibende Entschädigung weiter schürte.

Trotz des rechtlichen Sieges bleibt der Fall für Markus W. eine Belastung. Die Spendenaktionen bieten ihm nun finanzielle und moralische Unterstützung, während Ofarims zögerliche Zahlung die Debatte weiter am Köcheln hält. Die gesammelten Gelder kommen Anti-Hass-Initiativen und der Kinderhilfe zugute – ein Zeichen für den Wandel der öffentlichen Solidarität zugunsten des zu Unrecht beschuldigten Hotelmitarbeiters.

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