28 January 2026, 21:24

Mecklenburg-Vorpommern führt Wassergebühren für Landwirte ein – Streit um Nachhaltigkeit und Kosten

Ein Plakat mit einer Karte von Posnania, Polen, das Häuser, Bäume, Gras, einen Fluss und begleitenden Text zeigt.

Landwirte in MV müssen in Zukunft für die Bewässerung ihrer Felder zahlen - Mecklenburg-Vorpommern führt Wassergebühren für Landwirte ein – Streit um Nachhaltigkeit und Kosten

Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern müssen künftig mit neuen Gebühren für Bewässerungswasser rechnen – dies sieht eine Reform des Landeswassergesetzes von 1992 vor. Die überarbeitete Fassung führt Abgaben für die Entnahme von sowohl Oberflächen- als auch Grundwasser ein und verschärft gleichzeitig Umweltschutzauflagen in der Nähe von Gewässern. Während Kritiker die Maßnahmen als zusätzliche finanzielle Belastung für die Landwirtschaft sehen, betonen Befürworter die Vorteile für die Nachhaltigkeit.

Das geänderte Gesetz legt eine Gebühr von zwei Cent pro Kubikmeter für Oberflächenwasser und sechs Cent für Grundwasser fest, das von landwirtschaftlichen Betrieben genutzt wird. Tropfbewässerung und Frostschutz für Obstanbau bleiben von diesen Abgaben ausgenommen. Neben den Gebühren müssen Landwirte künftig einen fünf Meter breiten Pufferstreifen entlang von Gewässern einhalten, in dem tiefes Pflügen, Düngen und der Einsatz von Pestiziden verboten sind.

Auch die Entnahmegebühr für Trinkwasser verdoppelt sich – von bisher zehn auf zwanzig Cent pro Kubikmeter. Dadurch könnten die Wasserpreise für Haushalte um etwa 15 Euro pro Jahr steigen, wobei Anpassungen voraussichtlich bis 2027 erfolgen. Die Grünen hatten sich unterdessen für weitergehende Reformen ausgesprochen und forderten einen stärkeren Fokus auf Wasserrückhalt und Moorschutz statt auf landwirtschaftliche Entwässerung.

Oppositionsparteien und der Bauernverband verurteilten die Änderungen scharf und warnten, die Gebühren würden ohnehin schon kämpfende Betriebe zusätzlich belasten. Die Landesregierung verteidigte die Maßnahmen als notwendig für ein nachhaltiges Wassermanagement und betonte, sie würden ökologische Ziele mit den Bedürfnissen der Landwirtschaft in Einklang bringen.

Das neue Gesetz bringt für Landwirte sowohl finanzielle als auch betriebliche Veränderungen mit sich – von Bewässerungsabgaben bis zu strengeren Nutzungsregeln an Gewässern. Zwar könnten Haushalte mit leicht steigenden Wasserkosten rechnen, doch die Landesregierung sieht in den Reformen einen wichtigen Schritt für die langfristige Sicherung der Wasserressourcen. Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft bleiben jedoch ein zentraler Streitpunkt.