Merz blockiert Steuererhöhungen und setzt auf gezielte Entlastungen für Haushalte
Dörthe ScheuermannMerz blockiert Steuererhöhungen und setzt auf gezielte Entlastungen für Haushalte
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Steuererhöhungen für deutsche Haushalte entschieden ausgeschlossen. Stattdessen bestehe er darauf, dass mögliche Änderungen der Steuerpolitik auf Entlastungen statt auf zusätzliche finanzielle Belastungen abzielen müssen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Koalitionsregierung in den kommenden Monaten wegweisende Entscheidungen vorbereitet.
Zu den jüngsten Steuerplänen der Regierung zählen dauerhafte Senkungen der Mehrwertsteuer auf Restaurantbesuche, höhere Pendlerpauschalen sowie schrittweise Kürzungen der Unternehmenssteuern ab 2028. Merz deutete jedoch an, dass weitere Anpassungen über die Sozialabgaben für bestimmte Einkommensgruppen erfolgen könnten.
Merz' Haltung steht im Einklang mit dem Koalitionsvertrag, der Steuerentlastungen statt neuer Abgaben vorsieht. Er räumte ein, dass Reformvorhaben in der zweiten Hälfte einer Legislaturperiode oft an Fahrt verlieren, betonte aber, dass zwischen Ostern und der Sommerpause entscheidende Weichenstellungen erfolgen müssten.
Zu den bereits beschlossenen Maßnahmen gehören eine dauerhafte Erhöhung der Pendlerpauschale auf 38 Cent pro Kilometer ab 2026 sowie die Senkung der Mehrwertsteuer auf Restaurantbesuche auf 7 Prozent. Die Entlastungen bei den Energiekosten – etwa durch niedrigere Netzentgelte und den Wegfall der Gasspeicherumlage – werden bis 2026 jährlich über 10 Milliarden Euro betragen. Unternehmen profitieren zudem von einer degressiven Abschreibung von bis zu 30 Prozent für Investitionen in Ausrüstungen zwischen Mitte 2025 und Ende 2027.
Für Privatpersonen sind mittelfristig Einkommensteuersenkungen für Gering- und Mittelverdiener geplant. Merz zeigte sich offen für die anstehenden Vorschläge des Finanzministers zu weiteren Entlastungen, insbesondere für einkommensschwächere Gruppen. Er regte an, dass Anpassungen bei den Sozialabgaben eine Rolle spielen könnten, um die Belastung dieser Haushalte zu verringern.
Die Position des Kanzlers spiegelt den grundsätzlichen Kurs wider, neue Steuern zu vermeiden und gezielt dort Unterstützung zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird. Seine Aussagen unterstreichen, dass die Regierung bestrebt ist, fiskalische Verantwortung mit wirtschaftlicher Entlastung in Einklang zu bringen – besonders vor dem Hintergrund anstehender politischer Entscheidungsfristen.
Die Steuerpläne der Koalition konzentrieren sich nun auf Entlastungen statt auf Maßnahmen zur Einnahmenerhöhung. Noch vor dem Sommer werden die finalen Beschlüsse zu Pendlerleistungen, Mehrwertsteuersenkungen und Unternehmenssteuerkürzungen erwartet. Auch Anpassungen bei den Sozialabgaben könnten Teil der Bemühungen sein, Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen zu entlasten.






