Merz verdreifacht Militärhaushalt: Deutschlands radikale Aufrüstung bis 2029
Dörthe ScheuermannMerz verdreifacht Militärhaushalt: Deutschlands radikale Aufrüstung bis 2029
Deutschlands Militärhaushalt steigt unter Kanzler Friedrich Merz rasant an – und verdreifacht sich von 2023 bis 2026. Aktuell übersteigt das Budget 108 Milliarden Euro, mit Plänen, bis 2029 auf 152 Milliarden zu kommen. Merz hat offen eingeräumt, dass das Land derzeit nicht in der Lage sei, sich selbst zu verteidigen – ein Zustand, den er durch tiefgreifende Reformen umkehren will.
Laut den neuesten Regierungszahlen klettert der Wehrhaushalt steil nach oben: von einem niedrigeren Niveau 2023 auf über 108 Milliarden Euro im Jahr 2026. Davon entfallen 82,69 Milliarden auf den regulären Haushalt, während 25,51 Milliarden aus einem Sondervermögen für die Bundeswehr stammen. Fast 48 Milliarden Euro fließen allein in die militärische Beschaffung.
Merz' Strategie zielt darauf ab, eine vollständige Landesverteidigungsfähigkeit zu erreichen. Zu den zentralen Maßnahmen gehören die Einführung eines Freiwilligenwehrdienstmodells nach schwedischem Vorbild, mit der Wehrpflicht als Reserveoption. Geplant sind zudem der Erwerb bewaffneter Drohnen, die Stärkung der Luftabwehr und Gespräche über eine nukleare Teilhabe mit Großbritannien und Frankreich.
In einer jüngsten Ansprache betonte der Kanzler, dass Deutschlands Fähigkeit zur Selbstverteidigung nicht verhandelbar sei. Eine starke Wirtschaft und Arbeitsplatzsicherheit müssten Hand in Hand mit militärischer Handlungsfähigkeit gehen, so Merz. Ohne eigene Verteidigungskraft könne das Land seine Interessen weder in Europa noch global durchsetzen – eine klare Warnung.
Merz stellt die Frage wiederholt als nationale Verantwortung dar. Er ist überzeugt, dass viele der aktuellen Herausforderungen Deutschlands hausgemacht und durch entschlossenes Handeln lösbar seien. Sein Ziel sei es nicht nur, diese Probleme zu verringern, sondern sie gänzlich zu beseitigen.
Der Begriff "verteidigungsfähig werden" wurde mit Bedacht gewählt. Wie Merz selbst einräumt, hat Deutschland die Fähigkeit zur Selbstverteidigung verloren – eine Lücke, die er durch mehr Mittel und strukturelle Veränderungen schließen will.
Die militärische Aufrüstung markiert einen historischen Kurswechsel in der deutschen Sicherheitspolitik. Bis 2029 sollen die Ausgaben weiter steigen, begleitet von neuen Verteidigungssystemen, möglicher nuklearer Zusammenarbeit und einem reformierten Wehrmodell. Ob diese Schritte tatsächlich zu voller Landesverteidigungsfähigkeit führen, bleibt abzuwarten – doch die Entschlossenheit der Regierung ist unübersehbar.






