Millarden für Sachsens Kohleausstieg – doch der Wandel stockt trotz Fördergeld
Kraushaar sieht strukturellen Wandel in Kohleregionen auf Kurs - Millarden für Sachsens Kohleausstieg – doch der Wandel stockt trotz Fördergeld
Deutschlands Braunkohlereviere durchlaufen einen tiefgreifenden Wandel – gestützt durch Milliardenförderung aus Berlin. In den kommenden zehn Jahren fließen erhebliche Investitionen nach Sachsen und die angrenzenden Regionen, um den Ausstieg aus der Kohle voranzutreiben und die lokale Wirtschaft zu stärken. Doch trotz der finanziellen Zusagen räumen Beamte ein, dass sichtbare Fortschritte bisher nur zögerlich vorankommen.
Die Bundesregierung hat bis zu 40 Milliarden Euro für den schrittweisen Braunkohleausstieg bis 2038 bereitgestellt. Allein Sachsen erhält 10,1 Milliarden Euro, wobei bereits 940 Millionen Euro in das Lausitzer Revier und 400 Millionen Euro in die mitteldeutsche Region bei Leipzig geflossen sind. Zwei große Forschungszentren – das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA) in der Lausitz und das Zentrum für Chemiewandel (CTC) in Delitzsch – werden jeweils 1,1 Milliarden Euro bis 2038 erhalten.
Neue Projekte sollen die Infrastruktur modernisieren und Unternehmen anlocken. In Weißwasser, nahe der brandenburgisch-sächsischen Grenze, wurden Straßen (darunter die Anbindungen an die B115 und A4) ausgebaut, das Breitbandnetz aufgerüstet und das Gewerbegebiet "Nord" um 50 Hektar erweitert. Diese Maßnahmen bereiten den Zuzug von Bundesbehörden vor, darunter Teile des Bundesnachrichtendienstes. Gleichzeitig entsteht in Hoyerswerda das Smart Mobility Lab, das 2027 eröffnet werden soll und sich mit zukunftsweisenden Verkehrslösungen befassen wird.
Verkehrsanbindungen bleiben zentral: Geplant sind die Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden–Görlitz, der Ausbau der Bundesstraße 178 sowie eine neue Hochgeschwindigkeitsverbindung. Doch Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) gibt zu, dass bürokratische Hürden die Umsetzung verzögern. Lange Planungs- und Vergabeverfahren dehnen die Zeitpläne, sodass bisher wenig Sichtbares entstanden ist.
Forschungsinstitute und verbesserte Infrastruktur sollen die ehemaligen Bergbauregionen attraktiver machen und den Bevölkerungsrückgang bremsen. Zwar sind die Mittel gesichert, doch das Tempo der Transformation hängt davon ab, administrative Hindernisse zu überwinden. Die Verantwortlichen betonen, der Kohleausstieg sei unumkehrbar – doch greifbare Ergebnisse könnten noch Jahre auf sich warten lassen.
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