02 February 2026, 00:53

Neue Betrugsmaschen: Wie Kriminelle WhatsApp und Messenger für Ghost Pairing nutzen

Eine Biene befindet sich auf einem Papier mit einem Barcode, umgeben von anderen Papieren mit Text und einem QR-Code.

Neue Betrugsmaschen: Wie Kriminelle WhatsApp und Messenger für Ghost Pairing nutzen

Cyberkriminelle in Deutschland setzen zunehmend auf Messaging-Apps, um raffinierte Betrugsmaschen durchzuführen. Zwar liegen für 2023 noch keine offiziellen Zahlen vor, doch warnen Experten vor wachsenden Gefahren wie Ghost Pairing und Quishing – neue Methoden, die das Vertrauen der Nutzer in Plattformen wie WhatsApp und Telegram ausnutzen.

Sicherheitsbehörden und Finanzaufseher schlagen Alarm und rufen die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf: Betrüger locken mit schnellen Gewinnen oder geben sich als vertraute Personen aus, um an Geld oder Daten zu gelangen.

Bei der sogenannten Ghost-Pairing-Methode koppeln Angreifer heimlich das WhatsApp-Konto eines Opfers mit einem unbekannten Gerät. Die Betrüger verleiten Nutzer dazu, ihre Telefonnummer auf einer gefälschten Website einzugeben, und erhalten so unauffällig Zugriff auf Nachrichten. Diese Taktik nutzt die Multi-Device-Funktion von WhatsApp aus, die viele Nutzer fälschlicherweise für sicher halten.

Eine weitere zunehmende Bedrohung ist Quishing – eine Kombination aus QR-Code-Betrug und Phishing. Opfer erhalten Nachrichten mit gefälschten Lieferbenachrichtigungen oder Finanzangeboten, die schädliche QR-Codes enthalten. Das Scannen dieser Codes kann zu Datendiebstahl oder der Installation von Schadsoftware führen, oft ohne sofortige Warnung.

Der Wandel von E-Mail-Phishing hin zu Messaging-Apps spiegelt einen größeren Trend wider: Betrüger nutzen die persönliche Natur von Chats aus, in denen die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein trügerisches Sicherheitsgefühl erzeugt. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt insbesondere vor Anlagebetrug in privaten Messenger-Gruppen, wo Opfer mit unrealistischen Renditeversprechen gelockt werden. Gleichzeitig bleibt der klassische Enkeltrick – bei dem Kriminelle sich als in Not befindliche Angehörige ausgeben – weit verbreitet, nun angepasst an Plattformen wie WhatsApp.

Sicherheitsexperten raten Nutzern, regelmäßig in den App-Einstellungen die verknüpften Geräte zu überprüfen. Die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung bietet eine zusätzliche Schutzschicht. Unerwartete Nachrichten mit Links oder QR-Codes sollten stets mit Skepsis betrachtet werden, und finanzielle Anfragen sollten vor jeder Handlung telefonisch verifiziert werden.

Da Messaging-Apps zunehmend zum Hauptziel von Betrügern werden, sind Aufklärung und präventive Maßnahmen entscheidend. Behörden betonen weiterhin die Risiken durch Ghost Pairing, Quishing und Identitätsdiebstahl. Nutzer, die wachsam bleiben und Sicherheitsempfehlungen befolgen, können ihr Risiko verringern, diesen sich weiterentwickelnden Bedrohungen zum Opfer zu fallen.