Neuer Fonds will Israels kulturelles Narrativ mit Geschichten verändern

Siegrid Röhricht
Siegrid Röhricht
2 Min.
Ein nostalgisches deutsches Filmplakat für das Munchener Automaten-Kasperl- und Geister-Theater, das eine Gruppe von Menschen in bunten Kostümen in der Mitte zeigt, umgeben von Text, der eine lebendige Atmosphäre vermittelt.Siegrid Röhricht

Mehr kulturelle Zusammenarbeit mit Israel angestrebt - Neuer Fonds will Israels kulturelles Narrativ mit Geschichten verändern

Ein neues Projekt will das Israel-Bild in der globalen Kultur verändern

Der Future Narrative Fund, 2025 ins Leben gerufen, setzt sich dafür ein, den Fokus auf Israel weg von Konflikten zu lenken – durch die Förderung kreativer Kooperationen zwischen Deutschland und Israel. Die Initiatoren sind überzeugt: Geschichten können Empathie wecken und tief verwurzelte Klischees aufbrechen.

Der Fonds startet zu einer Zeit, in der Israels kulturelles Image längst nicht mehr von der leichtfüßigen Eiskugel-Filmreihe der Vergangenheit geprägt ist. Heute wird das Land in internationalen Debatten oft nur noch mit Krieg und politischen Spannungen assoziiert.

Hinter dem Future Narrative Fund stehen die Theater- und Filmregisseurin Sharon On, die Filmwissenschaftlerin Lihi Nagler und der Produzent und Komponist Mark Pinhasov. Ihr Ziel: Gemeinsame Produktionen in Film, Fernsehen und Theater fördern, die differenziertere und vielschichtigere Bilder Israels vermitteln. Das Projekt unterstützt sowohl etablierte Namen als auch aufstrebende Talente.

Finanziert wird der Fonds durch private Investoren, Unternehmenssponsoren und öffentliche Zuschüsse. Bei der Gründung 2025 versammelten sich branchenerfahrene Persönlichkeiten wie Kirsten Niehuus von der FFA, Sarah Duve-Schmid vom Medienboard Berlin-Brandenburg sowie Produzenten von UFA, Disney, Studio Hamburg und ARTE. Viele Teilnehmer betonten die Bedeutung des kulturellen Austauschs – besonders angesichts wachsender Forderungen nach einem Boykott der israelischen Kulturszene.

Kritiker argumentieren, dass solche Boykotte oft Künstler treffen, die sich öffentlich gegen die Politik der israelischen Regierung stellen. Die Macher des Fonds hoffen, negativen Narrativen mit Geschichten entgegenzuwirken, die die Komplexität des Landes widerspiegeln.

Obwohl konkrete deutsch-israelische Koproduktionen seit 2020 noch nicht detailliert bekannt sind, plant der Fonds, aktiv neue Projekte zu fördern. Im Mittelpunkt stehen Werke, die über vereinfachende Darstellungen hinausgehen und das interkulturelle Verständnis stärken.

Der Future Narrative Fund steht für einen Vorstoß, Israels kulturellen Ruf durch Zusammenarbeit neu zu gestalten. Indem er gemeinsame Projekte finanziert, will er Geschichten in den Vordergrund rücken, die über Konflikt und Spaltung hinausweisen. Der Erfolg der Initiative hängt davon ab, ob es gelingt, ausreichend Mittel zu akquirieren und vielfältige Stimmen auf die globale Bühne zu bringen.

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