Niclas Herbst übernimmt CDU/CSU-Führung im EU-Parlament unter Korruptionsvorwürfen
Oliver LinkeNorddeutscher übernimmt Spitzenposition der EU-Parlamentarier - Niclas Herbst übernimmt CDU/CSU-Führung im EU-Parlament unter Korruptionsvorwürfen
Norddeutscher übernimmt Spitze der EU-Parlamentarier
Norddeutscher übernimmt Spitze der EU-Parlamentarier
Norddeutscher übernimmt Spitze der EU-Parlamentarier
- Dezember 2025
Die CDU/CSU-Fraktion im Europäischen Parlament hat nach einer aktuellen Wahl neuen Führungspersonals einen Wechsel an der Spitze vollzogen. Niclas Herbst, Politiker aus Schleswig-Holstein, löst Daniel Caspary ab. Der Wechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Fraktion mit Vorwürfen wegen mutmaßlicher Veruntreuung von EU-Mitteln konfrontiert ist.
Der bisherige Vorsitzende Daniel Caspary scheidet aus, um im kommenden Jahr dem Europäischen Rechnungshof in Luxemburg beizutreten. Damit endet seine langjährige Amtszeit als Chef der CDU/CSU-Delegation in Brüssel.
Niclas Herbst setzte sich in der zweiten Wahlrunde mit absoluter Mehrheit durch. Nach seiner Wahl betonte er die Notwendigkeit, das Vertrauen zwischen den EU-Institutionen und den Bürgern wiederherzustellen. Zudem kündigte er an, innerhalb der größeren EVP-Fraktion christdemokratische Positionen stärker zu vertreten.
Unterdessen steht die Co-Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe, Angelika Niebler, weiterhin unter Untersuchung durch die Europäische Staatsanwaltschaft. Gegenstand der Ermittlungen sind Vorwürfe der Veruntreuung von EU-Geldern. Parallel dazu läuft ein weiteres Verfahren gegen die ehemalige EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, ihren Stellvertreter Cesare Zegretti sowie den früheren Generaldirektor Stefano Sannino. Ihnen wird vorgeworfen, im Zusammenhang mit einem 2021–2022 vergebenen Auftrag für diplomatische Ausbildungsmaßnahmen am Europakolleg in Brügge Veruntreuung, Korruption und Interessenkonflikte begangen zu haben.
Herbst übernimmt die Führung der CDU/CSU-Delegation in einer schwierigen Phase. Zu seinen vorrangigen Aufgaben gehören die Stärkung der Bindung zu den Wählern sowie die Bewältigung interner Herausforderungen der Fraktion. Die laufenden Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Missbrauchs von EU-Mitteln erhöhen den Druck auf die neue Führung zusätzlich.
