24 May 2026, 16:45

Niedersachsen setzt auf Tiefengeothermie: Neue Karten zeigen ungenutztes Potenzial unter der Erde

Diese Regionen eignen sich gut für geothermische Projekte

Niedersachsen setzt auf Tiefengeothermie: Neue Karten zeigen ungenutztes Potenzial unter der Erde

Neue Kartenserie soll Tiefengeothermie in Niedersachsen erschließen

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Eine neue Kartenserie soll helfen, das Potenzial der Tiefengeothermie in Niedersachsen zu erschließen. Das vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) geleitete Projekt konzentriert sich auf uralte Gesteinsschichten, die mehr als 2.000 Meter unter der Erdoberfläche liegen. Die Karten richten sich an Kommunen, Versorgungsunternehmen und Industriebetriebe, die nach nachhaltigen Wärmequellen suchen.

Im Fokus steht die Exter-Formation aus der Keuper-Zeit, eine über 200 Millionen Jahre alte Gesteinsschicht. In Tiefen von bis zu 2.600 Metern enthalten diese Schichten wasserdurchlässige Sandsteine, die sich ideal für die geothermische Nutzung eignen. Mit Temperaturen von über 100 Grad Celsius bieten sie optimale Voraussetzungen für Wärmeversorgungslösungen.

Die Geothermie-Expert:innen des LBEG werteten für die Kartenserie Daten von mehr als 1.100 Tiefenbohrungen aus. Die Informationen helfen dabei, Standorte zu identifizieren, an denen Thermalwasser über Bohrungen gefördert und wieder eingeleitet werden kann. Die an der Oberfläche gewonnene Wärme lässt sich dann für Fernwärmenetze oder große Industrieabnehmer nutzen.

Tiefengeothermische Systeme erfordern in der Regel Bohrungen tiefer als 400 Meter, wobei die meisten deutschen Anlagen zwischen 2.000 und 3.500 Meter reichen. Trotz des beträchtlichen ungenutzten Potenzials in Norddeutschland hemmen hohe Bohrkosten und Explorationsrisiken die Entwicklung. Die neuen Karten sind nun online verfügbar und erleichtern Planer:innen und Investor:innen den Zugang zu relevanten Daten.

Die Veröffentlichung der Karten erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach Tiefengeothermie in Niedersachsen steigt. Immer mehr Kommunen, Versorgungsunternehmen und energieintensive Industrien setzen auf diese Ressource. Da nun die geeigneten Standorte kartiert sind, könnte die Technologie eine Schlüsselrolle bei der Energiewende in der Region spielen.

Quelle