02 February 2026, 07:04

Niedersachsen startet Tablet-Offensive an Schulen – doch die Kritik bleibt laut

Eine Gruppe von Kindern sitzt an Tischen in einem Klassenzimmer und nutzt Tablets, umgeben von ein paar Menschen, mit einem Banner und Plakat im Hintergrund.

Alle Lehrer erhalten ebenfalls Tablets - ab Klasse 1 - Niedersachsen startet Tablet-Offensive an Schulen – doch die Kritik bleibt laut

Niedersachsen führt Tablets für alle Lehrkräfte und ausgewählte Schüler ein – doch es gibt Hürden

Als Teil einer Digitalisierungsoffensive in Schulen statten die Behörden in Niedersachsen ab diesem Sommer alle Lehrkräfte und später auch bestimmte Schülerinnen und Schüler mit Tablets aus. Jede Lehrkraft erhält ein Gerät, doch das Land steht weiterhin vor Herausforderungen bei der Personalausstattung und Finanzierung – was Fragen nach dem Zeitpunkt und den Kosten des Projekts aufwirft.

Ab diesem Sommer werden fast 77.800 Lehrkräfte an den allgemeinbildenden Schulen Niedersachsens mit Tablets ausgestattet. Die Initiative erstreckt sich auch auf Grundschulen, wo Klassensätze an Geräten bereitgestellt werden. Im Schuljahr 2026/27 folgen dann die Siebtklässler, die Leih-Tablets im Rahmen einer schrittweisen Einführung erhalten sollen.

Bildungsministerin Julia Willie Hamburg verteidigt den Plan und argumentiert, dass Tablets die Unterrichtsqualität und die Medienkompetenz fördern könnten. Die Geräte sollen die Recherche erleichtern, den administrativen Aufwand verringern und die Kommunikation innerhalb der Schulen verbessern. Die Maßnahme ist Teil des bundesweiten "DigitalPakt 2.0", einem fünfjährigen Programm mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro, das ab 2026 die digitale Infrastruktur an deutschen Schulen modernisieren soll.

Doch das Vorhaben stößt auf Kritik. Einige Kommunen warnen, dass die Landesmittel die zusätzlichen Verwaltungskosten nicht decken. Oppositionsgruppen fragen, ob Tablets wirklich Vorrang vor anderen dringenden Bildungsbedarfen haben sollten. Zudem bleibt die Personalsituation angespannt: Die Unterrichtsversorgung liegt aktuell bei nur 97,2 Prozent des angestrebten Sollwerts.

Trotz Finanzierungsbedenken und Personalmangels wird die Tablet-Einführung wie geplant voranschreiten. Zuerst erhalten die Lehrkräfte die Geräte, später folgen die Schülerinnen und Schüler in weiteren Phasen. Ob die Initiative gelingt, hängt maßgeblich davon ab, wie gut das Land die anhaltenden Probleme bei Ressourcen und Unterstützung in den Griff bekommt.