31 December 2025, 09:08

Niedersachsens Minister drängt Berlin zu schnelleren Wasserstoff-Reformen und warnt vor Jobverlusten

Kraftfahrzeuge auf einer Straße mit elektrischem Licht und Pflanzen im Hintergrund.

Minister: "Industriestrompreis ist kein Nice-to-have" - Niedersachsens Minister drängt Berlin zu schnelleren Wasserstoff-Reformen und warnt vor Jobverlusten

Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne hat die Bundesregierung aufgefordert, die Reformen bei der Wasserstoff- und Strompreispolitik zu beschleunigen. Er warnt, dass Verzögerungen Arbeitsplätze in der Industrie kosten und Unternehmen zum schnelleren Handeln zwingen. Seine Forderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Berlin ein neues Förderprogramm für Industriestrom ab 2026 vorbereitet – doch Tonne besteht darauf, dass bereits jetzt mehr getan werden muss.

Am 6. Oktober 2025 billigte die Bundesregierung den Entwurf eines Wasserstoff-Beschleunigungsgesetzes, um Genehmigungen für Elektrolyseure, Importterminals, Speicher und Pipelines zu beschleunigen. Die aktualisierte Nationale Wasserstoffstrategie sieht zudem vor, ab 2025 mit dem Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes zu beginnen. Dennoch kritisiert Tonne, dass diesen Maßnahmen die Planungssicherheit fehle, die Unternehmen benötigen.

Er hat Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche wiederholt zu mutigeren Schritten gedrängt und warnt, dass Deutschland im internationalen Wettbewerb um Industrie-Standorte zurückfallen könnte. Niedersachsen verfüge bereits über eine starke Wasserstoff-Infrastruktur – von der Produktion bis zum Transport –, brauche aber stabile bundespolitische Rahmenbedingungen, um Investitionen zu mobilisieren.

Ab dem 1. Januar 2026 führt Berlin einen subventionierten Industriestrompreis ein, der bis 2028 auf fünf bis sechs Cent pro Kilowattstunde gedeckelt wird. Das mit über drei Milliarden Euro veranschlagte Programm soll energieintensive Betriebe im globalen Wettbewerb entlasten. Tonne unterstützt den Plan, lehnt aber zusätzliche bürokratische Hürden ab: Unternehmen bräuchten Einfachheit und Tempo.

Seine Frustration ist deutlich: 'Jeden Monat verlieren wir Industriearbeitsplätze', betonte er und forderte Handeln in Wochen, nicht in Monaten. Investoren und Unternehmen stünden bereit – doch nur, wenn die Rahmenbedingungen verlässlich würden.

Das Wasserstoff-Beschleunigungsgesetz und die Stromsubventionen der Bundesregierung sind Schritte zur Unterstützung der Industrie. Doch Tonnes Drängen auf schnellere Umsetzung und weniger Hindernisse spiegelt die Sorge vor weiterem Jobabbau und Wettbewerbsnachteilen wider. Ohne klarere Zeitpläne und einfachere Regeln, warnt er, könnte Deutschlands industrieller Wandel weiter ins Stocken geraten.