Nouripour attackiert deutsche Iran-Politik als zu passiv und gefährlich
Dörthe ScheuermannNouripour attackiert deutsche Iran-Politik als zu passiv und gefährlich
Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und Außenexperte der Grünen, hat die deutsche Iran-Politik scharf kritisiert. Er wirft der Bundesregierung vor, in eine passive Rolle gedrängt worden zu sein, während sich die Spannungen in der Region weiter zuspitzen. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit wachsender Besorgnis über Angriffe auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus.
Nouripour macht Außenminister Johann Wadephul Vorwürfe, es an entschlossenem Handeln fehlen zu lassen. Die iranische Führung gehe mittlerweile davon aus, in der aktuellen Konfrontation die Oberhand zu haben, so der Politiker. Die Lage in der Straße von Hormus, wo der Iran zivile Frachtschiffe ins Visier genommen habe, bezeichnete Nouripour als „völlig inakzeptabel“.
Statt auf klassische diplomatische Formulierungen zu setzen, rät Nouripour davon ab, Begriffe wie „Waffenruhe“ zu verwenden. Solche Begriffe könnten den Eindruck erwecken, man akzeptiere eine Rückkehr zu offener Feindseligkeit. Stattdessen fordert er die europäischen Staaten, die besonders von der Krise betroffen sind, auf, an den Verhandlungen eigeninitiativ mitzugestalten.
Seine Kritik spiegelt eine grundsätzliche Unzufriedenheit mit der reaktiven Haltung Deutschlands wider. Nouripour betont, dass ohne stärkere Führung die Risiken in der Region weiter anwachsen würden.
Die Äußerungen Nouripours zeigen eine tiefe Verärgerung über die aktuelle Iran-Strategie Berlins. Er plädiert für eine entschlossenere europäische Reaktion – vor allem von jenen Ländern, die unter der Instabilität am stärksten leiden. Im Mittelpunkt steht weiterhin die Verhinderung einer weiteren Eskalation in dieser lebenswichtigen Schifffahrtsroute.






