Offener Netzzugang revolutioniert den Glasfaserausbau in Deutschland
Oliver LinkeOffener Netzzugang revolutioniert den Glasfaserausbau in Deutschland
Offener Netzzugang wird zum Schlüsselfaktor beim Glasfaserausbau in Deutschland
Immer mehr Unternehmen öffnen ihre Netze für Konkurrenten, um den Wettbewerb zu stärken und die Effizienz zu steigern. Ein neuer Gesetzentwurf sieht sogar verpflichtende Verhandlungen in Regionen vor, in denen nur ein Anbieter eine funktionsfähige Infrastruktur betreibt.
Fast 300 Betreiber treiben derzeit den Glasfaserausbau in Deutschland voran. Viele setzen auf offene Netzzugangsmodelle, um die wachsende Nachfrage zu bedienen. So plant etwa die Stadtwerke Neustadt am Rübenberge, ihr Netz bis 2030/2031 für Dritte zu öffnen. Dadurch könnte die Netzauslastung um 15 bis 20 Prozent steigen – allerdings droht gleichzeitig ein Kundenverlust von bis zu 10 Prozent.
Die Branche hat mit S/PRI eine standardisierte Schnittstelle eingeführt, die die Verbindung verschiedener Glasfasernetze vereinfacht. Dadurch fällt es Anbietern leichter, Infrastruktur gemeinsam zu nutzen. Deutsche GigaNetz hat bereits Kooperationen mit dem schwedischen Internetdienstanbieter Bahnhof und Westconnect geschlossen, während Plusnet künftig Dienstleistungen über das Netz von OXG anbieten wird.
Auch die Regulierungsbehörden fordern strengere Kontrollen. Daniela Brönstrup, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur (BNetzA), betont, dass in Fällen, in denen offener Netzzugang scheitert, schärfere Regeln notwendig seien. Der Entwurf des Telekommunikationsgesetzes (TKG) sieht vor, dass Betreiber in Monopolregionen Zugang zu ihren Netzen verhandeln müssen.
Einige Unternehmen räumen die Herausforderungen ein. Steven Blount von EWE Tel erklärt, dass offener Netzzugang zwar höhere Vorabinvestitionen erfordere, dafür aber eine optimale Auslastung der Netze garantiere. Auch die Kundennachfrage treibt die Entwicklung voran: Frank Rosenberger von 1&1 Versatel berichtet, dass 83 Prozent der Kunden die freie Wahl zwischen verschiedenen Anbietern wünschen.
Die Forderung nach offenem Netzzugang verändert den deutschen Glasfasermarkt grundlegend. Immer mehr Betreiber teilen ihre Infrastruktur, während die Aufsichtsbehörden strengere Regeln vorbereiten, um Monopole zu verhindern. Mit fast 300 Unternehmen, die den Ausbau vorantreiben, zielt die Entwicklung darauf ab, den Wettbewerb zu beleben und die Netzauslastung in den kommenden Jahren zu maximieren.






