30 January 2026, 11:31

Opernball Leipzig: Warum Till Lindemanns Einladung für Proteste sorgt

Ein Vintage-Plakat für das Zwölfte Deutsche Turnfest Leipzig 1913, das eine Gruppe von Menschen in der Mitte und Text über das Ereignis zeigt.

Opernball Leipzig: Warum Till Lindemanns Einladung für Proteste sorgt

Leipziger Opernball in der Kritik nach Einladung von Rammstein-Sänger Till Lindemann

Der traditionelle Leipziger Opernball steht im Zentrum einer Kontroverse, nachdem der Frontmann der Band Rammstein, Till Lindemann, als Ehrengast eingeladen wurde. Die Teilnahme des 62-jährigen Sängers löste Proteste aus – Aktivistinnen und Aktivisten versammelten sich vor dem Veranstaltungsort, um ihren Widerstand kundzutun. Die Veranstalter verteidigten die Entscheidung jedoch und betonten den wohltätigen Charakter des Balls.

Lindemanns Einladung soll auf Initiative des Unternehmers Torsten Fenger zurückgehen, eines Sponsors des Balls. Rund 40 Prominente nahmen teil, doch seine Anwesenheit sorgte für sofortige Empörung. Protestierende von Gruppen wie "Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt und Machtmissbrauch", "Omas gegen Rechts" und "Frauenkultur" hielten Schilder hoch und skandierten Parolen vor der Oper.

Der Aufruhr gründet auf Vorwürfe sexualisierter Gewalt gegen Lindemann vor zwei Jahren. Trotz der Kritik erklärte die Ballorganisatorin Vivian Honert-Boddin, die Veranstaltung schließe niemanden aus und diene einem guten Zweck. Sämtliche Einnahmen fließen in den Fonds "Leipzig hilft Kindern".

Offizielle Unterlagen bestätigen nicht, dass Fenger direkt in die Einladung involviert war, auch wenn seine Rolle als Sponsor bekannt ist. Maxi Fenger, Mitglied des Leipziger Business Clubs und der Opernball Leipzig Production GmbH, steht hingegen in keinem Zusammenhang mit der Entscheidung.

Die Proteste vor der Oper unterstrichen die anhaltenden Bedenken gegen Lindemanns Teilnahme. Die Veranstaltung verlief wie geplant, und die Organisatoren blieben bei ihrem inklusiven Ansatz. Die gesammelten Spenden kommen, wie vorgesehen, lokalen Kinderhilfsprojekten zugute.