23 May 2026, 16:35

Orange Bänke gegen Frauenhass: Warum Vandalen Gleichstellungssymbole zerstören

"Ich bin ein einsamer Krieger"

Orange Bänke gegen Frauenhass: Warum Vandalen Gleichstellungssymbole zerstören

Orangefarbene Bänke als Symbol gegen geschlechtsspezifische Gewalt in ganz Deutschland beschädigt

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In mehreren deutschen Städten sind orangefarbene Bänke, die als Zeichen gegen Gewalt an Frauen und geschlechtsspezifische Gewalt stehen, Ziel von Vandalismus geworden. In Osnabrück wurde eine Bank mit Graffiti beschmiert, in Wiesbaden verschwand eine sogar komplett. Die Vorfälle ereignen sich zu einer Zeit, in der Gleichstellungsbeauftragte von wachsender Feindseligkeit und Angriffe auf ihre Arbeit berichten.

Die Schändungen fallen zusammen mit einem Anstieg antifeministischer Aktivitäten: Allein 2024 wurden 558 Vorfälle dokumentiert – im Schnitt zehn pro Woche. Expert:innen warnen, dass sich die Ablehnung von Frauen- und Queer-Rechten zunehmend nicht nur in rechtsextremen Kreisen, sondern auch im gesellschaftlichen Mainstream verbreitet.

Die orangefarbenen Bänke sind Teil der UN-Kampagne Orange the World, die auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht. In Annweiler veränderten Vandalen den Kampagnenslogan sogar so, dass er Gewalt gegen Frauen propagierte. Diese Taten folgen einem Muster wachsender Widerstands gegen Gleichstellungsinitiativen.

Auf dem BAG-Kongress in Lübeck trafen sich Gleichstellungsbeauftragte unter dem Motto Kurs halten in antifeministischen Gewässern. Viele berichteten von Budgetkürzungen, öffentlichen Diffamierungskampagnen und sogar direkten Drohungen. Eine Beauftragte aus Baden-Württemberg schilderte, wie rechtsextreme Aktivist:innen nach einer politischen Stellungnahme vor ihrer Haustür aufgetaucht seien.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 63 Prozent der Gleichstellungsbeauftragten antifeministische Angriffe auf ihre Arbeit erlebt haben – 40 Prozent sogar mehrfach in den letzten zwei Jahren. Judith Rahner, Geschäftsführerin des Deutschen Frauenrats, betonte, dass Antifeminismus längst keine Randerscheinung mehr sei, sondern in der breiten Öffentlichkeit an Zuspruch gewinne.

Die Teilnehmenden der Konferenz forderten den Aufbau stärkerer Netzwerke, eine faktenbasierte Kommunikation und klare Grenzen, um der Bewegung etwas entgegenzusetzen. Gleichzeitig appellierten sie an bessere institutionelle Unterstützung, da Kürzungen und politische Gegenwehr ihre Arbeit zunehmend erschweren.

Antifeminismus, definiert als organisierte Ablehnung von Frauen- und Queer-Rechten, ist in den letzten Jahren sichtbarer geworden. Die Bewegung richtet sich gegen Gleichstellungspolitik und stellt diese oft als Bedrohung für traditionelle Werte oder Meinungsfreiheit dar.

Die Beschädigung der orangefarbenen Bänke spiegelt eine größere Welle der Feindseligkeit gegenüber Gleichstellungsarbeit wider. Gleichstellungsbeauftragte sehen sich mittlerweile regelmäßig Angriffen ausgesetzt – von digitaler Hetze bis zu körperlicher Einschüchterung. Ohne stärkeren Schutz und mehr Ressourcen könnte ihre Fähigkeit, Diskriminierung entgegenzutreten, weiter geschwächt werden.

Die Zunahme dokumentierter Vorfälle deutet darauf hin, dass sich Antifeminismus zunehmend verfestigt. Ein nachhaltiger Widerstand seitens Aktivist:innen und Institutionen wird daher immer dringender.

Quelle