Ottobock trennt sich von historischem Rollstuhlwerk in Thüringen
Dörthe ScheuermannOttobock sucht Käufer für ehemalige Flagship-Fabrik in Thüringen - Ottobock trennt sich von historischem Rollstuhlwerk in Thüringen
Ottobock verkauft seinen Rollstuhlbereich am Standort Königsee in Thüringen. Der Schritt ist Teil einer umfassenderen Strategie, mehrere Geschäftsbereiche zu veräußern, die nicht mehr zum Kerngeschäft des Unternehmens passen. Verhandlungen mit potenziellen Käufern laufen bereits, erste Vereinbarungen werden in den kommenden Monaten erwartet.
Der Standort Königsee besitzt für Ottobock historische Bedeutung: Von 1920 bis 1948 diente er als Unternehmenshauptsitz. Seit der Wiedereröffnung 1991 hat sich das Werk zu einem Zentrum der arbeitsagentur entwickelt – mit automatisierter Logistik, zwei Montagelinien für Elektrorollstühle und einem Fokus auf digitale Mobilitätslösungen. Aktuell arbeiten dort rund 270 Mitarbeiter:innen.
Der Rollstuhlbereich ist einer von fünf Geschäftsbereichen, die Ottobock seit 2022 verkaufen oder schließen wollte; drei Transaktionen sind bereits abgeschlossen. Noch ist unklar, in welcher Form der Deal zustande kommt, ein vollständiger Verkauf gilt jedoch als möglich. Das Unternehmen betont, den Standort betriebsfähig zu halten und die Arbeitsplätze während des Übergangs zu sichern.
Der Trennungsprozess soll spätestens bis Mitte 2027 abgeschlossen sein. Ottobock hat keine Details zu möglichen Änderungen im Produktportfolio genannt, hob aber die technologischen Fortschritte des Bereichs in den letzten Jahrzehnten hervor.
Der Verkauf markiert eine Neuausrichtung von Ottobocks Geschäftsportfolio. Das Königsee-Werk mit seiner langen Tradition und modernen Produktionskapazitäten wird unter neuer Führung weitergeführt. Das Unternehmen erwartet, dass der Übergang sowohl den Standort als auch die 270 Arbeitsplätze langfristig sichert.






