16 March 2026, 10:43

Pendlerströme in Sachsen-Anhalt sinken leicht – Fachkräfte ziehen weiter weg

Ein altes Kartenbild von Preußen und Sachsen, das ihre Grenzen zeigt, auf Papier gedruckt.

Anzahl der Pendler in Sachsen-Anhalt leicht gesunken - Pendlerströme in Sachsen-Anhalt sinken leicht – Fachkräfte ziehen weiter weg

Die Zahl der Pendler, die nach Sachsen-Anhalt ein- und ausreisen, ist leicht zurückgegangen. Stand Juni 2025 verließen rund 148.000 Beschäftigte aus dem Bundesland ihre Heimat, um in anderen Regionen zu arbeiten – das sind etwa 600 weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig entschieden sich auch weniger Menschen aus anderen Bundesländern für eine Arbeitsstelle in Sachsen-Anhalt.

Die Mehrheit derer, die Sachsen-Anhalt für einen Job verließen, waren Fachkräfte. Unter ihnen übten 83.300 qualifizierte Spezialistentätigkeiten aus, 43.900 arbeiteten als Experten und 21.700 nahmen Assistenzpositionen ein. Wichtige Branchen für diese Pendler waren das verarbeitende Gewerbe, der Einzelhandel und die Fahrzeuginstandhaltung, die Logistik sowie das Baugewerbe.

Die beliebtesten Ziele der wegziehenden Arbeitskräfte waren Sachsen, Niedersachsen und Thüringen. In Sachsen lockten vor allem die Industriezentren um Dresden mit zahlreichen Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe. Niedersachsen zog mit der Automobilproduktion in der Region Wolfsburg und einem starken Agrarsektor Beschäftigte an. Thüringens Optik- und Photonikindustrie in Jena war besonders für technische Fachkräfte attraktiv.

Gleichzeitig pendelten weniger Menschen nach Sachsen-Anhalt ein. Im Juni 2025 arbeiteten etwa 75.700 Beschäftigte aus anderen Bundesländern dort – ein leichter Rückgang. Die meisten kamen aus Sachsen, gefolgt von Niedersachsen, Thüringen und Brandenburg. Zusätzlich reisten 5.400 Arbeitskräfte aus dem Ausland an, um im Land eine Stelle anzutreten.

Markus Behrens, Leiter der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, führte den Rückgang der Pendlerbewegungen auf ein verlangsamtes Jobwachstum zurück. Dennoch überquerte weiterhin etwa jeder fünfte erwerbstätige Einwohner Sachsen-Anhalts für die Arbeit die Landesgrenzen.

Der Rückgang des grenzüberschreitenden Pendelns spiegelt eine moderate Verschiebung der Beschäftigungsmuster wider. Da weniger Arbeitsplätze zu Wanderungsbewegungen führen, haben sowohl die Zu- als auch die Abwanderung nachgelassen. Dennoch bilden qualifizierte Fachkräfte nach wie vor die größte Gruppe derer, die das Bundesland für berufliche Chancen anderswo verlassen.

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