PGIM setzt auf Reihenhäuser: Wie institutionelle Investoren den Wohnungsmarkt revolutionieren
Siegrid RöhrichtPGIM setzt auf Reihenhäuser: Wie institutionelle Investoren den Wohnungsmarkt revolutionieren
PGIM, eine Tochtergesellschaft von Prudential Financial, erkundet neue Wege auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Das Unternehmen prüft Investitionen in Reihenhäuser, mit Fokus auf Pendlerregionen rund um Großstädte. Dieser Schritt deutet auf einen Wandel in einem Sektor hin, in dem große Investoren bisher selten Einfamilienhäuser im Blick hatten.
Das Vorhaben sieht langfristige Vermietungen statt Verkäufe vor, mit monatlichen Mieten zwischen 1.700 und 1.800 Euro. Die Preise sollen die Immobilien für Familien erschwinglich halten und gleichzeitig stabile Erträge für das Unternehmen sichern.
Der deutsche Immobilienmarkt hat in den letzten Monaten an Fahrt verloren, da Entwickler zunehmend Schwierigkeiten haben, Finanzierungen zu sichern. Viele setzen mittlerweile auf Vorverkäufe, bevor sie Projekte starten. Institutionelle Investoren wie PGIM springen hier ein und übernehmen teilweise Garantien für diese Vorverkäufe – und erhalten im Gegenzug Zugang zu günstigeren Einstiegspreisen.
Kern von PGIMs Strategie ist der modulare Wohnungsbau, der schnellere und kostengünstigere Bauprozesse ermöglicht. Das Unternehmen plant, Reihenhäuser zu 1.900 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter zu errichten. Die Mietpreise lägen dann bei 17 bis 18 Euro pro Quadratmeter – ein Modell, das stetige Einnahmen ohne Abhängigkeit von Verkaufserlösen verspricht.
Dieser Ansatz markiert eine beachtliche Veränderung im deutschen Wohnungssektor. Institutionelle Investoren haben Einfamilienhäuser bisher gemieden und sich stattdessen auf größere Wohn- oder Gewerbeprojekte konzentriert. PGIMs Engagement könnte andere nachziehen lassen und die Finanzierung sowie Bewirtschaftung solcher Immobilien neu prägen.
Die Ausrichtung auf langfristige Vermietung spiegelt zudem übergeordnete Markttendenzen wider. Angesichts verschärfter Finanzierungsbedingungen passen Entwickler und Investoren ihre Strategien an. Sollte das Modell Erfolg haben, könnte es nicht nur das Wohnungsangebot für Familien erweitern, sondern auch Investoren eine stabile Einnahmequelle bieten.






