Professor Maninger erhält Festanstellung nach jahrelangem Machtkampf um seine Lehrtätigkeit
Oliver LinkeProfessor Maninger erhält Festanstellung nach jahrelangem Machtkampf um seine Lehrtätigkeit
Professor Stephan Maninger hat nach Jahren der Kontroversen eine feste Anstellung als beamteter Hochschullehrer erhalten. Die Ernennung, die von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt genehmigt wurde, folgt auf einen langwierigen Streit um seine Lehrtätigkeit. Kritiker, darunter eine Polizeigewerkschaft und linke Aktivisten, hatten sich jahrelang dafür eingesetzt, seine Karriere in der Polizeiausbildung zu verhindern.
Die Probleme für Maninger begannen im August 2021, als er vorläufig von seiner Lehrtätigkeit suspendiert wurde. Die Suspendierung erfolgte nach einer Hintergrundrecherche von Ippen Investigativ, die Bedenken wegen seiner Positionen aufwarf. Später wurde er entlastet und durfte an die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung in Lübeck zurückkehren, wo er seit 2020 Sicherheitspolitik lehrt.
Die Kampagne gegen ihn verschärfte sich im Laufe der Zeit. Im August 2025 schrieb die Gewerkschaft der Polizei (GdP) an den Innenminister und warnte, Maningers Ernennung könnte extremistische Einflüsse in die Polizeiausbildung tragen. Sein Anwalt, Ralf Höcker, wies die Vorwürfe als eine „linksmotivierte Kampagne“ zurück, angeführt von Aktivisten, Medienvertretern und Gewerkschaftsmitgliedern – darunter Sven Hüber, auch bekannt als der „Mauer-Toter-Flüsterer“.
Die öffentliche Aufmerksamkeit nahm Ende April weiter zu, als der Satiriker Jan Böhmermann Maninger in seiner ZDF-Sendung thematisierte. Böhmermann warf dem Professor vor, rechtsextreme Rhetorik zu verwenden, und verwies dabei auf dessen frühere Beiträge für die Junge Freiheit sowie sein Engagement für die Rechte der Buren und anderer Minderheiten in Südafrika.
Höcker hat nun Polizeibeamte aufgefordert, ihre Mitgliedschaft in der GdP zu überdenken. Die Ernennung Maningers, so argumentiert er, beende einen langjährigen Versuch, dessen Karriere zu untergraben. Mit seiner nun bestätigten Festanstellung wird Maninger seine Lehrtätigkeit in Lübeck fortsetzen. Die Entscheidung beendet ein Kapitel juristischer und politischer Auseinandersetzungen, das sich über mehrere Jahre hinzog. Seine Kritiker bleiben jedoch lautstark und warnen vor den möglichen Auswirkungen seiner Ansichten auf die künftige Polizeiausbildung.






