07 June 2026, 12:27

Radio CORAX kämpft um seine Zukunft zwischen Finanznot und AfD-Druck

Nominiert für den Panther Award 2026

Radio CORAX kämpft um seine Zukunft zwischen Finanznot und AfD-Druck

Radio CORAX, ein freies Bürgerradio aus Halle, wird von fast 400 Ehrenamtlichen getragen, die 175 verschiedene Sendungen produzieren. Doch die finanzielle Zukunft des Senders ist unsicher – gleichzeitig wächst der politische Druck durch die rechtspopulistische AfD. Trotz allem bleibt CORAX eine Plattform für vielfältige Stimmen, von Kindern über queere Communities bis hin zu Geflüchteten.

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Als nichtkommerzieller Sender finanziert sich CORAX vor allem über öffentliche Mittel und ehrenamtliches Engagement. Rund 200.000 Euro erhält der Sender jährlich von der Landesmedienanstalt, hinzu kommen kommunale Zuschüsse und projektbezogene Fördergelder. Angesichts wachsender Kürzungsdrohungen werden Spenden jedoch immer wichtiger.

Die AfD fordert offen, CORAX die Mittel zu streichen, und wirft dem Sender vor, „linken Fanatismus, perverse Regenbogen-Ideologie und Genderismus“ zu verbreiten. Doch trotz der Kritik hält der Sender an seinem offenen Konzept fest: Jeder kann in der Redaktionssitzung eine Idee einbringen, an einem Einführungsseminar teilnehmen und direkt auf Sendung gehen.

Das Programm von CORAX ist täglich abwechslungsreich – von Musik über gesellschaftspolitische Themen bis hin zu experimentellen Formaten. Sendungen wie Tipkin oder das Magazin Serendipity zeigen die bandbreite des Senders. Über das Radio hinaus veranstaltet CORAX in seinen Haller Studios Filmabende, öffentliche Diskussionen und Workshops für Nachwuchsproduzenten.

Im vergangenen Jahr sammelte der Verein „Freund:innen und Förder:innen von Radio CORAX“ 17.000 Euro, um den Betrieb zu sichern. Zudem ist der Sender über AMARC, das globale Netzwerk nichtkommerzieller Radios, international vernetzt.

CORAX bleibt ein von Ehrenamtlichen getragener Sender, dessen Inhalt von seinen Macher:innen geprägt wird. Angesichts wachsender politischer Gegenwehr und finanzieller Unsicherheiten könnte seine Zukunft immer stärker von der Unterstützung der Community abhängen. Doch fürs Erste bietet der Sender weiter Raum für marginalisierte Stimmen und experimentellen Rundfunk.

Quelle