Rekordzahl an Schulabgängern ohne Abschluss erschüttert Sachsen
Dörthe ScheuermannMehr als 3.200 Jugendliche in Sachsen verlassen die Schule ohne Abschluss - Rekordzahl an Schulabgängern ohne Abschluss erschüttert Sachsen
Immer mehr Schüler in Sachsen verlassen die Schule ohne Abschluss
Noch nie haben so viele Schüler in Sachsen die Schule ohne grundlegende Qualifikationen verlassen wie im vergangenen Jahr. Die Statistik verzeichnete 3.210 Fälle – die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen. Dieser deutliche Anstieg spiegelt ein bundesweites Problem wider: Zehntausende Schüler in ganz Deutschland sind davon betroffen.
Die aktuellen Zahlen zeigen eine besorgniserregende Entwicklung in Sachsen. Innerhalb des letzten Jahrzehnts ist die Zahl der Schüler ohne Abschluss um über 25 Prozent gestiegen. Allein im letzten Schuljahr stieg der Anteil der Abgänger ohne Qualifikation um etwa fünf Prozentpunkte. Sollte keine Gegenmaßnahme ergriffen werden, könnte die Quote bald bei zehn Prozent liegen, warnt Claudia Maaß, stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).
Auch bundesweit ist die Lage alarmierend. Rund 62.000 Schüler verließen im vergangenen Jahr die Schule ohne Abschluss – das entspricht fast acht Prozent aller Schulabgänger. Besonders betroffen sind Jugendliche mit Migrationshintergrund: Jeder Vierte von ihnen erlangte keine Qualifikation.
Die Handwerkskammer Sachsen fordert nun dringend Verbesserungen. Gefragt seien besser ausgebildete Lehrkräfte, hochwertige Lehrmaterialien und gezielte Unterstützung für benachteiligte Schulen. Die GEW spricht von einer "Tragödie" und drängt auf mehr Förderprogramme sowie faire Ausgleichsmaßnahmen.
Der Anstieg der Schüler ohne Abschluss in Sachsen und im gesamten Bundesgebiet offenbart strukturelle Defizite. Ohne gezieltes Handeln könnte die Abbrecherquote weiter steigen – mit Folgen für die Betroffenen und den Arbeitsmarkt. Behörden und Gewerkschaften fordern nun konkrete Reformen, um den Trend umzukehren.






