Rücktritt des SWB-Chefs Hermes nach Bonner Immobilienskandal mit CDU-Verstrickungen
Oliver LinkeRücktritt des SWB-Chefs Hermes nach Bonner Immobilienskandal mit CDU-Verstrickungen
Olaf Hermes, der Chef der Bonner Stadtwerke (SWB), hat seinen Rücktritt bekannt gegeben. Seine Entscheidung folgt auf monatelange Kontroversen um einen Immobilienskandal, in den hochrangige Stadtvertreter verwickelt sind. Der Schritt erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen große Investitionen plant, gleichzeitig aber auch Einsparungen im lokalen Nahverkehr vorantreibt.
Hermes hatte 2022 die Führung der SWB übernommen und den Immobilienskandal im Dezember vergangenen Jahres erstmals aufgedeckt. Dabei enthüllte er, dass Bonns Oberbürgermeister Guido Déus, sein Stellvertreter sowie der CDU-Politiker Sebastian Schuster Druck auf das Unternehmen ausgeübt hatten, um ein Grundstücksgeschäft am Flugplatz Hangelar zu stoppen. Es bestand der Verdacht, dass die Einmischung von einem örtlichen Busunternehmer – einem bedeutenden CDU-Spender – ausging, der selbst Interesse an demselben Grundstück hatte.
Die SWB beabsichtigt nun, einen vertraulichen Bericht über die mutmaßlichen Einflussnahmen der Staatsanwaltschaft vorzulegen. Bisher wurde jedoch noch kein formelles Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hat indes öffentlich sein Vertrauen in Hermes und die Geschäftsführung bekräftigt.
Hermes bestätigte, dass er bis zum Sommer zurücktreten werde, und betonte, dass keine Umstände seine Entscheidung ändern würden. Sein Abschied fällt mit den Plänen der SWB für umfangreiche Investitionen und Kostensenkungen im Bonner ÖPNV-Netz zusammen.
Der Skandal stellt die SWB vor interne Führungswechsel und externe Prüfungen. Hermes' Ausscheiden wird in den kommenden Monaten wirksam, während das Unternehmen seine finanziellen Vorhaben weiterverfolgt. Die Staatsanwaltschaft hat bisher noch keine konkreten Schritte in Bezug auf die Vorwürfe gegen die beteiligten Politiker und den Busunternehmer angekündigt.