24 March 2026, 10:36

Rüstungsaktien stürzen ab: Milliardenauftrag der Marine hält Märkte in Atem

Plakat mit einem Soldaten in Helm und militärischer Uniform, der eine Waffe hält, und dem Text "Investiere in die Invasion, Kaufe Kriegsanleihen" darüber, der eine entschlossene Miene zeigt.

Rüstungsaktien stürzen ab: Milliardenauftrag der Marine hält Märkte in Atem

Aktien deutscher Rüstungsfirmen unter Druck: Unsicherheit um Milliardenauftrag der Marine belastet Kurse

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Die Aktien deutscher Rüstungsunternehmen sind angesichts der anhaltenden Ungewissheit über einen großen Marineauftrag deutlich eingebrochen. Die Papiere von RENK verloren drei Prozent, während ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in den letzten Handelsstunden fast sieben Prozent einbüßte. Die Rückgänge kommen, da Anleger auf eine Entscheidung über das 10-Milliarden-Euro-Fregattenprogramm F126 der Deutschen Marine warten.

Trotz solider Geschäftszahlen stehen beide Konzerne unter Druck, weil sich die Vergabeverfahren verzögern. Der F126-Auftrag, der bereits in diesem Sommer erwartet wurde, bleibt ein zentraler Faktor für die Stimmung an den Märkten.

Das F126-Programm ist das größte Neubauvorgaben der Deutschen Marine und umfasst sechs Fregatten mit geschätzten Kosten von 10 Milliarden Euro. Rheinmetall hat sich als führender Anwärter für den Zuschlag positioniert; das Verteidigungsministerium prüft derzeit dessen Angebot neben einer weiteren Alternative. Eine endgültige Entscheidung wird jedoch nicht vor Ende April erwartet – für Investoren eine Phase der Unsicherheit.

RENK verzeichnete für 2025 Rekordzahlen: Der Umsatz stieg auf 1,37 Milliarden Euro, der Nettogewinn verdoppelte sich nahezu auf 101 Millionen Euro. Der Auftragsbestand liegt bei 6,68 Milliarden Euro, was die Prognose für 2026 von über 1,5 Milliarden Euro Umsatz stützt. Das bereinigte EBIT wird zwischen 255 und 285 Millionen Euro erwartet. Die Aktionäre profitieren zudem von einer 38-prozentigen Dividendenerhöhung auf 0,58 Euro pro Aktie, auszahlbar ab dem 11. Juni 2026.

Dennoch notiert die RENK-Aktie weiterhin über 40 Prozent unter ihrem Höchststand vom Oktober 2025 und handelt deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Der nächste Quartalsbericht, der am 6. Mai 2026 ansteht, könnte weitere Klarheit bringen – doch bis dahin wird die F126-Entscheidung die Marktstimmung dominieren.

Auch TKMS verzeichnete starke Verluste: Innerhalb der letzten 30 Tage fiel der Kurs um über 21 Prozent auf 78,45 Euro. Dies geschah trotz eines Rekordauftragsbestands von mehr als 20 Milliarden Euro und angehobener Umsatzprognosen für 2025/26. Offensichtlich ziehen Anleger ihr Kapital aus europäischen Rüstungswerten ab und setzen stattdessen auf neuere Börsengänge wie Vincorion. Zusätzliche Unsicherheit geht von ausstehenden Auftragsentscheidungen in Kanada (bis zu 37 Milliarden Euro) und Indien aus, die die starken Q1-Ergebnisse von TKMS – 545 Millionen Euro Umsatz bei einer Bruttomarge von 17 Prozent – in den Hintergrund drängen.

Die Entscheidung über den F126-Auftrag wird maßgeblich darüber entscheiden, wie sich die Aktien von RENK und TKMS in naher Zukunft entwickeln. Beide Unternehmen weisen zwar solide Finanzkennzahlen auf, doch die Kurse spiegeln weiterhin die Zurückhaltung der Anleger wider. Ob sich die jüngsten Verluste umkehren oder fortsetzen, hängt nun von dem für Ende April erwarteten Vergabebeschluss ab.

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