Saarlands Sozialminister fordert Revolution in der Kinder- und Jugendhilfe
Siegrid RöhrichtSozialminister Jung: Der Fokus muss auf die frühkindliche Bildung gelegt werden - Saarlands Sozialminister fordert Revolution in der Kinder- und Jugendhilfe
Saarlands Sozialminister Magnus Jung (SPD) will auf dem bevorstehenden Sozialstaatskongress weitreichende Reformen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe vorantreiben. Die Veranstaltung, die am 29. und 30. Januar 2026 in Saarbrücken stattfindet, bringt über 300 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und sozialen Einrichtungen zusammen. Jung schlägt vor, den Fokus auf die frühe Kindheit zu legen und von einer reaktiven zu einer präventiven Familienunterstützung überzugehen.
Jung kritisiert, dass die aktuelle Sozialpolitik die Bedürfnisse kleiner Kinder nicht ausreichend berücksichtige. Er beruft sich auf wissenschaftliche Studien, die belegen, dass die ersten drei bis fünf Lebensjahre prägend für Bildung, Gesundheit und Verhalten im späteren Leben sind. Sein Plan sieht eine "massive Ausweitung der Fördermaßnahmen" für junge Kinder vor, um Probleme bereits im Vorfeld zu verhindern.
Der Minister strebt zudem eine Reform der Finanzierung an, will digitale Lösungen einführen und die Bürokratie in den sozialen Diensten abbauen. Diese Maßnahmen, so Jung, würden das System gerechter und effizienter machen. Seine Vorschläge werden auf dem Kongress gemeinsam mit Beiträgen weiterer Experten diskutiert. Im Anschluss soll eine gemeinsame Erklärung Jungs und seiner Amtskollegen an die Bundesregierung übermittelt werden. Das Dokument wird die zentralen Empfehlungen auf Basis der Kongressergebnisse zusammenfassen.
Ziel des Kongresses ist es, auf bundespolitischer Ebene Defizite in der frühen Kindheitsförderung aufzuzeigen. Jungs Fokus auf Prävention und Systemreform könnte die Arbeitsweise der sozialen Dienste grundlegend verändern. Die abschließenden Vorschläge werden der Bundesregierung nach der Veranstaltung zur Prüfung vorgelegt.